Foto: MBK/Henrich
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Rechnen soll an saarländischen Schulen künftig zur festen Routine werden. Mit dem sogenannten Matheband startet das Land im laufenden Schuljahr 2026/27 eine freiwillige Pilotphase, an der sich 49 Schulen beteiligen. Ziel ist es, die mathematischen Grundlagen von Kindern früh und systematisch zu festigen, bevor diese Kompetenzen zum Stolperstein für den weiteren Bildungsweg werden.

Die große Resonanz wertet das Bildungsministerium als deutliches Signal. „Ich freue mich sehr über das große Interesse am Matheband und darüber, dass sich 49 Schulen freiwillig an der Pilotphase beteiligen“, sagte Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide bei der Auftaktveranstaltung. Mathematische Grundkompetenzen seien eine entscheidende Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben, betonte sie. Mit kurzen, abwechslungsreichen Übungen wolle das Land genau dort ansetzen, wo Lernen beginne: bei den Grundlagen.

Das Prinzip dahinter ist bewusst schlank gehalten. In den Klassenstufen 1 bis 6 sind an drei Tagen pro Woche jeweils zehn Minuten für gezielte Übungen vorgesehen. Dabei setzen die Schulen auf das Konzept der „vermischten Kopfübungen“, bei dem bereits Gelerntes wiederholt und mit neuen Aufgaben verknüpft wird. Kopfrechnen, räumliches Vorstellungsvermögen und logisches Denken sollen so Stück für Stück zur Selbstverständlichkeit werden.

Damit die Umsetzung im Alltag gelingt, bekommen die Lehrkräfte fertige Materialien an die Hand. Zentral erstellte Aufgabenkarten und greifbare Lernmittel ermöglichen einen unmittelbaren Einsatz im Unterricht, ohne dass eigene Übungen vorbereitet werden müssen. Fachliche Impulse lieferte bei der Auftaktveranstaltung Prof. Dr. Birte Friedrich von der Universität Potsdam, die das Matheband in Berlin wissenschaftlich begleitet. Die Berliner Lehrerin Charlotte Schroer berichtete aus der Praxis und zeigte, wie sich die Übungen in den Schulalltag einfügen lassen.

Das Saarland greift dabei auf das erprobte Berliner Modell zurück, will es aber während der Pilotphase an die eigenen Rahmenbedingungen anpassen. Eingebettet ist das Vorhaben in die Netzwerke BASIS Primar und BASIS, über die das Ministerium für Bildung und Kultur gemeinsam mit dem Bildungscampus Saarland die teilnehmenden Schulen begleitet. Die Erfahrungen der Pilotschulen sollen direkt in die Weiterentwicklung einfließen.

„Dabei ist uns wichtig, die Denkwege der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, um passgenau an ihren jeweiligen Lernstand anzuknüpfen“, erklärte Dr. Anika Limburg, Direktorin des Bildungscampus Saarland. Mit praxisnahen Fortbildungen und fachlich fundierten Materialien wolle man die Lehrkräfte unterstützen und zugleich die landesweite Einführung vorbereiten.

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Das Matheband ist Teil einer größeren Strategie, mit der das Land die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen stärken will. Bereits zuvor hatte das Saarland mehr verbindliche Unterrichtszeit in Deutsch und Mathematik geschaffen und mit dem Leseband feste Lesezeiten etabliert. Ab dem Schuljahr 2027/28 soll das Matheband verpflichtend werden: für die Klassenstufen 1 bis 4 an Grundschulen, 5 bis 9 an Gemeinschaftsschulen sowie 1 bis 6 an Förderschulen.

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