Die öffentliche Verwaltung im Saarland bekommt eigenen Nachwuchs für die digitale Transformation. Zum Oktober 2026 startet an der Fachhochschule für Verwaltung und Polizei des Saarlandes erstmals der duale Studiengang „Verwaltungsinformatik“. Wer ihn in drei Jahren erfolgreich abschließt, darf sich Diplom-Verwaltungsinformatiker nennen.
Hinter dem Angebot steht ein klares politisches Ziel. „Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Arbeitsweise der öffentlichen Verwaltung grundlegend“, erklärt Reinhold Jost, saarländischer Minister für Inneres, Bauen und Sport. Mit dem neuen Studiengang schaffe man die Grundlage, um diesen Wandel aktiv zu begleiten und zu gestalten.
Das Modell setzt auf die enge Verzahnung von Hörsaal und Behördenalltag. In den theoretischen Phasen erwerben die Studierenden Wissen in Verwaltungswissenschaften, Informatik und Projektmanagement. In den Praxisphasen sammeln sie dann konkrete Erfahrungen im öffentlichen Dienst, sowohl auf der Verwaltungs- als auch auf der IT-Seite. Rekrutiert werden die künftigen Fachkräfte für Land und Kommunen gleichermaßen.
Genau darin sehen die Verantwortlichen einen Hebel gegen ein drängendes Problem. „Die gesamte öffentliche Verwaltung braucht gut ausgebildete Fachkräfte, die Digitalisierung nicht nur verstehen, sondern gestalten können“, sagt Torsten Lang, Staatssekretär im Innenministerium. Das betreffe Ministerien, nachgeordnete Behörden und die gesamte kommunale Familie. Der wohnortnahe Studiengang leiste einen wirksamen Beitrag gegen den demografisch bedingten Fachkräftemangel.
Auch die Fachhochschule selbst betont den Praxisbezug. „Mit unserem dualen Studium gewährleisten wir eine praxisnahe Ausbildung, die Theorie und Verwaltungspraxis eng verzahnt“, erläutert Rektor Prof. Dr. Christopher Wolf. So entstehe ein tiefes Verständnis sowohl für organisatorische Abläufe als auch für die technologischen Anforderungen moderner Verwaltungssysteme.
Getragen wird das Angebot von einer Kooperation zweier Saar-Institutionen. Die Fachhochschule für Verwaltung und Polizei in Göttelborn, bei der der Studiengang organisatorisch angesiedelt ist, steuert den Schwerpunkt Verwaltungswissenschaften bei. Die Akademie der Saarwirtschaft (ASW) aus Neunkirchen übernimmt federführend den Bereich Informatik. „Die enge Zusammenarbeit unserer Institutionen bündelt Kompetenzen in Verwaltungswissenschaft und Informatik“, hebt ASW-Geschäftsführer Prof. Dr. Andreas Metz hervor.
Einen klassischen Bewerbungsweg gibt es allerdings nicht. Eine direkte Bewerbung bei der Fachhochschule ist für diesen Studiengang ausgeschlossen. Der Zugang führt ausschließlich über eine vorherige Einstellung bei einer Landesbehörde, einem Kreis, einer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Denn während des Studiums sind die Teilnehmenden Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärter und erhalten dementsprechend auch Anwärterbezüge.


















