Wie wird aus einer guten Idee im Labor ein marktfähiges Produkt? Für Wirtschaftsminister Jürgen Barke ist genau das die entscheidende Frage für die Zukunft des saarländischen Wirtschaftsstandortes. Am Mittwoch, den 21. Oktober, machte er im Rahmen seiner Tour „Zukunft ist hier“ Station beim Saarbrücker Startup ZopaAI, das auf künstliche Intelligenz für den Geschäftskundenvertrieb setzt.
Das junge Unternehmen entwickelt Software, die Firmen bei Verhandlungen und bei der Erschließung neuer Märkte unterstützen soll. Dass dabei auch die saarländische Stahlindustrie in den Blick gerät, dürfte für die Region von besonderem Interesse sein.
„Die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes hängt entscheidend davon ab, ob es uns gelingt, neue Technologien in konkrete wirtschaftliche Wertschöpfung zu übersetzen“, erklärte Barke beim Besuch. Künstliche Intelligenz biete große Chancen, Unternehmen effizienter zu machen und fundiertere Entscheidungen zu treffen. Das Land wolle dafür sorgen, „dass aus guten Ideen marktfähige Lösungen entstehen“.
Konkret arbeitet ZopaAI an zwei Forschungsprojekten. Im Vorhaben „DEAL KI“ entsteht eine Software, die Firmen bei der Vorbereitung komplexer Geschäftsverhandlungen zur Seite steht. Das Programm führt Daten zusammen und leitet daraus Empfehlungen ab, etwa zu Verhandlungsstrategien oder zur Preisgestaltung. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,11 Millionen Euro, knapp 500.000 Euro davon werden gefördert. Den Löwenanteil von rund 444.000 Euro trägt der Europäische Fonds für regionale Entwicklung, etwa 56.000 Euro stammen aus Landesmitteln.
Das zweite Projekt mit dem Namen „KINGS“ zielt direkt auf die Stahlbranche der Region. Die geplante Software soll mögliche Käufer für CO₂-reduzierten Stahl aufspüren und deren Marktpotenzial bewerten. Als Pilotanwender ist die Dillinger Hütte vorgesehen. Hier belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 888.000 Euro, von denen 400.000 Euro aus dem saarländischen Transformationsfonds fließen. Das Ziel: neue Absatzwege für klimafreundlicheren Stahl systematisch erschließen.
Für Barke verbinden sich in solchen Ansätzen zwei Stärken des Landes. „Wir wollen die industrielle Stärke des Saarlandes mit den Chancen der Digitalisierung verbinden“, betonte der Minister. Dafür brauche es Unternehmen, die neue Technologien nicht nur entwickeln, sondern auch in die Anwendung bringen. Helfe künstliche Intelligenz dabei, Vertriebsprozesse zu verbessern und neue Märkte für nachhaltige Industrieprodukte zu öffnen, stärke das letztlich die Zukunftsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandortes.



















