Ministerin Petra Berg stellt im Rahmen der Landespressekonferenz Entwicklungen und Maßnahmen zur Ernährungsbildung im Saarland vor, Foto: MUKMAV / Ann-Sophie Ruf
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Im Saarland rückt die Politik das Thema Ernährung stärker in den Mittelpunkt. Bei der Vorstellung aktueller Entwicklungen und Maßnahmen machte Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Petra Berg deutlich, dass es dabei längst nicht nur um volle Teller geht, sondern um Gesundheit, Bildung und den verantwortlichen Umgang mit Ressourcen.

Ernährung sei weit mehr als reine Nahrungsaufnahme, betonte Berg. Sie beeinflusse nicht nur die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit, sondern wirke sich auch auf das Sozialsystem, den Klima-, den Tier- und den Umweltschutz aus. Das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz setze deshalb gezielt auf eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Ernährung, vor allem bei Kindern und Jugendlichen in Kitas und Schulen. Zum Einsatz kommen Informationsmaterialien, Förderprogramme und Weiterbildungen, die Einrichtungen im Land unterstützen sollen.

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„Wir alle müssen essen. Doch was genau, wann und in welcher Menge, liegt in unserem Ermessen. Etwas mehr als 200 essensbezogene Entscheidungen treffen wir am Tag“, führte Ministerin Petra Berg aus. „Der moderne, oft stressige Alltag lässt uns im Erwachsenenalter dabei wenig Raum für tiefgreifende Verhaltens- und Ernährungsänderungen, denn Gewohnheiten und Präferenzen bleiben trotz besseren Wissens unberührt. Deshalb ist wichtig, dass wir mit Kindern frühzeitig ausgewogene Ernährungsweisen einüben. So fördern wir nicht nur ihre Gesundheit, sondern tragen auch zu einem besseren Umgang mit unseren ökologischen Ressourcen bei.“

Konkret setzt das Umweltministerium auf verbindliche Standards für die Verpflegung in Einrichtungen. Damit soll sichergestellt werden, dass Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen regelmäßig ein ausgewogenes Angebot erhalten. Vorbilder, die hier bereits besonders gut aufgestellt sind, werden sichtbar gemacht – etwa durch den saarländischen Ernährungspreis. Ergänzend sorgt das EU-Schulprogramm dafür, dass teilnehmende Schulen und Kitas zweimal pro Woche frisches Obst und Gemüse erhalten. Eine Anmeldung für das Schuljahr 2026/2027 ist noch bis zum 6. März möglich. Zusätzlich organisiert das Ministerium regelmäßig Veranstaltungen: zum einen für pädagogisches Fach- und Küchenpersonal, zum anderen direkt für Schulklassen, um Ernährungs- und Verbraucherkompetenz zu stärken.

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Um die Rahmenbedingungen insgesamt zu verbessern, richtet die saarländische Landesregierung den Blick auch auf das Umfeld, in dem Essensentscheidungen getroffen werden. Ziel ist es, einem ungünstigen Ernährungsumfeld in Institutionen, Familien und Medien entgegenzuwirken. Auf allen Entscheidungsebenen setzt sich das Land für eine stärkere Regulierung von ernährungsbezogener Werbung ein, insbesondere bei süßen, fettigen und salzhaltigen Produkten. Gleichzeitig liegt ein Schwerpunkt auf regionalen Lebensmitteln, die Gesundheits-, Umwelt- und Klimaschutz miteinander verbinden sollen. Auch einer Zuckersteuer steht die Landesregierung nach Angaben von Berg grundsätzlich positiv gegenüber, solange der Fokus auf der Regulierung des Zuckergehalts liegt und die Wirkung tatsächlich bei den Konsumenten ankommt.

Die gesundheitlichen Hintergründe für diese Politik sind deutlich: Ein übermäßiger Konsum fettreicher Fleisch- und Milchprodukte sowie ein zu geringer Verzehr von Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkorngetreide, Obst und Gemüse sowie Fisch und Meeresfrüchten trägt nachweislich zu einem Anstieg von Übergewicht, Adipositas und Typ-2-Diabetes bei. Auch Krebserkrankungen und Demenz werden mit einer ungünstigen Ernährungsweise in Verbindung gebracht. Umgekehrt steigert eine gesundheitsförderliche Ernährung die körperliche und psychische Gesundheit sowie Fitness, Lern- und Leistungsfähigkeit.

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Wer sich vertieft informieren möchte, findet auf der Website des saarländischen Umweltministeriums unter www.saarland.de/ernaehrung zahlreiche Angebote. Unter der Rubrik Termine sind alle anstehenden Veranstaltungen aufgeführt. In der Rubrik Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung sind die relevanten Förderprogramme gebündelt. Unter Publikationen stehen zudem Broschüren zum Herunterladen oder Bestellen bereit.

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