HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ereignete sich im Saarland wie im gesamten Nazi-Deutschland die Reichspogromnacht und damit eines der schrecklichsten und grauenhaftesten Kapitel deutscher Geschichte. Sebastian Thul – Experte für Rechtsextremismus in der SPD-Landtagsfraktion erinnert an die Novemberpogrome von 1938 und ruft zu Toleranz und zum Eintreten für Demokratie auf.

Das nationalsozialistische Verbrecherregime organisierte und steuerte gezielte Gewaltakte gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in ganz Deutschland. Etwa 400 Menschen wurden ermordet oder in den Tod getrieben. Im Saarland wurden alle 15 Synagogen in Brand gesteckt, zerstört und geschändet. Die Pogrome waren der Auftakt zu systematischer Verfolgung und zum Menschheitsverbrechen des Holocaust.
„Diese Bluttaten waren der endgültige Beginn des NS-Rassenwahns, in dessen Folge in nur wenigen Jahren Abermillionen Menschen aus ganz Europa allein aufgrund ihres Glaubens, ihrer Nationalität oder ihres Lebensentwurfs industriell ermordet worden sind. Dieser von Deutschland ausgegangene Schrecken beschämt uns bis heute und darf doch niemals verdrängt oder gar vergessen werden“, betont der SPD-Landtagsabgeordnete.
Die damaligen Ereignisse kamen nicht aus heiterem Himmel. Vorausgegangen war eine Zeit gesellschaftlicher Verrohung und es herrschte ein Klima aus Angst, Diskriminierung und Fremdenhass. „Wenn im Deutschland des Jahres 2016 Asylunterkünfte brennen und der Mob „Lügenpresse“ skandiert, liegen die Parallelen auf der Hand. Die Reichspogromnacht muss uns zugleich eine Mahnung daran sein, sich jeden Tag aufs Neue für Toleranz und menschliches Miteinander einzusetzen und dafür zu werben, Gewalt, Hass und Fremdenfeindlichkeit offensiv entgegenzutreten. Das Eintreten für Demokratie und Toleranz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die jeden einzelnen von uns etwas angeht. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung klarzumachen, dass wir ein weltoffenes Land sind, in dem für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie kein Platz ist“, appelliert Sebastian Thul.
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