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Zur Ankündigung von EDF, das lothringische Atomkraftwerk Cattenom länger als 40 Jahre am Netz zu lassen, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Wir halten die Entscheidung von EDF, den 30 Jahre alten Reaktor I des Kraftwerks Cattenom für mindestens weitere zehn Jahre zu betreiben, für fatal. Tatsache ist, dass die Sicherheitsstandards in dem Meiler trotz Modernisierungsmaßnahmen auch heute noch vollkommen unzureichend sind. Das hatte nicht zuletzt ein von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegebenes Gutachten gezeigt. Demnach reichen die Sicherheitsmängel in Cattenom von einer unzureichenden Notstromversorgung, über mangelnde Erdbebensicherheit bis hin zum fehlenden Schutz vor Flugzeugabstürzen. Hinzu kommen mehr als 800 Stör- und Zwischenfälle, die sich seit Inbetriebnahme des Kraftwerks ereignet haben.
Unserer Auffassung nach darf daher eine Abschaltung dieses Pannenmeilers nicht mehr länger hinausgezögert werden. Zwar hatte Landesregierung im September angekündigt, in Kooperation mit Rheinland-Pfalz eine Klage gegen den Weiterbetrieb zu prüfen. Allerdings hat sie bislang in dieser Frage noch keine Ergebnisse geliefert.
Wir fordern von Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, dieses Verfahren zu beschleunigen und auch von der Bundesregierung Unterstützung einzufordern. Die saarländische Landesregierung darf nicht länger akzeptieren, dass sich Umweltministerin Barbara Hendricks schon seit geraumer Zeit für eine Stilllegung von Tihange einsetzt, sich in Bezug auf Cattenom jedoch kein Stück bewegt. Wir sehen auch unsere saarländischen Bundesminister Maas und Altmaier in der Pflicht, endlich mit Nachdruck die Interessen des Saarlandes zu vertreten. Schließlich handelt es sich bei Cattenom um nichts Geringeres als eine atomare Gefahr für die Großregion.“
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