Im Saarland sind weniger Kinder geimpft als bisher bekannt. Die Impflücken bei den Jüngsten im Land sind so groß, dass die Gesundheit vieler Kinder unnötig gefährdet wird. Das zeigt der Arzneimittelreport der Krankenkasse BARMER.

„Oft werden die Risiken von Erkrankungen, vor denen die Impfung schützt, unterschätzt und Nebenwirkungen von Impfungen überschätzt. Es braucht laienverständliche Impfkampagnen, um Ängste vor Impfungen abzubauen. Ärzte müssen für das Gespräch mit Impfskeptikern trainiert werden“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Laut Kleis muss die Impfquote in der Bevölkerung bei mindestens 95 Prozent liegen, damit die Verbreitung einer ansteckenden Krankheit verhindert werden kann. Die so entstehende „Herdenimmunität“ schützt Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Das Saarland ist aber weit entfernt von einer Herdenimmunität. Die Impfquoten in dem Land weisen allenfalls auf eine durchschnittliche Akzeptanz von Impfungen in der Bevölkerung hin. Bei allen 13 Erkrankungen, gegen die Kinder in den ersten beiden Lebensjahren laut der von der Bundesregierung eingesetzten Ständigen Impfkommission (STIKO) geimpft sein sollten, verfehlt das Saarland eine Impfquote von 95 Prozent.

Gemäß STIKO sollte in den ersten beiden Lebensjahren eine Immunisierung erfolgen gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Halsbräune (Diphterie), Mumps, Keuchhusten (Pertussis), Hib (Haemophilus influenzae Typ b), Hepatitis B, Kinderlähmung (Polio), Pneumokokken, Rotaviren, Meningokokken C, Röteln, Masern und Windpocken (Varizellen). Die höchste Quote unter den Zweijährigen im Saarland wurden im Jahr 2017 bei Impfungen gegen Meningokokken C (82,7 Prozent) erreicht. Die niedrigste Quote registrierten die Statistiker in der gleichen Gruppe bei der Impfung gegen Rotaviren (65,3 Prozent).

„Überdurchschnittlich hoch ist im Saarland der Anteil von Kindern, die gar keine Impfung erhielten“, sagt Kleis. Nur der kleinste Teil davon sei medizinisch begründbar. Laut Arzneimittelreport waren im Saarland 3,6 Prozent der Zweijährigen ohne jegliche Impfung im Jahr 2017. Nur in Bayern (5,3 Prozent), Sachsen (5,1 Prozent) und Baden-Württemberg (3,8 Prozent) war dieser Wert höher (Bundesdurchschnitt: 3,3 Prozent). Den geringsten Anteil von Zweijährigen ohne jegliche Impfung wies Brandenburg (2,2 Prozent) auf.

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