Im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes schließt sich IKK Südwest Vorstand Prof. Dr. Jörg Loth der Forderung des Marburger Bund an, den Zuckergehalt in Lebensmitteln künftig klarer zu kennzeichnen. Auch müsse man sich, so Loth, intensiv mit einer Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke auseinandersetzen. Einer der Gründe: mehr als 100.000 Saarländer*innen sind aktuell an Diabetes erkrankt.

„Ich bin überzeugt davon, dass eine leichte und klar verständliche Produktkennzeichnung ein wesentlicher Baustein auf dem Weg auch zu einem gesünderen Saarland ist. Gerade bei stark zuckerhaltigen Softdrinks ist es an der Zeit, eine verbindliche und klare Regelung anzustreben, die für jeden verständlich ist“, so IKK-Vorstand Prof. Jörg Loth mit Blick darauf, auch weniger affine Bevölkerungsschichten künftig besser mit Gesundheitsinformationen zu erreichen. „Auch der Verbot irreführender Werbung und verbindliche Standards in der Kita- und Schulverpflegung gehören für mich zu einer erfolgreichen Ernährungsbildung.“

Sorgen bereitet Loth insbesondere der Blick auf aktuelle Entwicklungen rund um die Folgen des übermäßigen Zuckerkonsums. Mit mehr als 10 Prozent der Bevölkerung liegt der Anteil der Typ-2-Diabetiker im Saarland über dem bundesweiten Schnitt (8,6 Prozent), außerdem sind in Deutschland etwa 30.000 Jugendliche an Diabetes erkrankt, jedes sechste Kind ist übergewichtig.

„Selbstverpflichtungen in der Industrie reichen im Hinblick darauf offenbar nicht aus. Regelungen in anderen Staaten haben gezeigt, dass eine Steuer auf stark gesüßte Getränke erfolgreich sein kann ohne zwingend die Wirtschaft dabei zu schwächen“, so Loth. „Eine Zuckersteuer ist dabei allerdings kein Allheilmittel. Wenn wir Diabetes und Fettleibigkeit ernsthaft bekämpfen möchten, gehört sie als wesentliches Element jedoch in das Instrumentenportfolio.

Mit der Zuckersteuer sollen die Menschen nicht gegängelt werden. Auch ersetzt sie nicht die notwendige Aufklärung für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Im Hinblick auf die immensen Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung und die damit bereits jetzt verbundenen gesamtgesellschaftlichen Kosten muss ein Anreiz gesetzt werden, damit die Industrie den Zuckeranteil in ihren Produkten sehr deutlich reduziert. Und schließlich muss es uns ein gemeinsames Anliegen sein, die Menschen vor der Ausbreitung dieser Zivilisationskrankheiten nachhaltig zu schützen“, ergänzt. Prof. Loth.

In Großbritannien haben Getränkehersteller nach Einführung einer Zuckersteuer den Gehalt von Zucker in Softdrinks verringert. Laut einer neuen Studie der Oxford Universität ist der durchschnittliche Zuckergehalt der Softdrinks 2015 bis 2018 von 4,4 auf 2,9 Gramm pro 100 Milliliter gesunken. Das ent­sprä­che einer Zuckerreduktion von 30 Prozent pro Kopf und Tag.

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