HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN
„Wir wollen, dass sich Familien bei uns im Saarland wohl fühlen, dass sie gerne hier leben und über mehrere Generationen hinweg uns auch im Saarland erhalten bleiben. Deshalb war uns wichtig, durch den  Ideenwettbewerb „Unser Saarland – unsere Zukunft – unsere Familien“ bereits bestehende, familiengerechte, beispielhafte Projekte ausfindig und öffentlich noch bekannter zu machen“, sagte Familienministerin Monika Bachmann anlässlich der Preisverleihung in Saarbrücken.
Bei den Projekten und Maßnahmen im Saarland, die sich das Familienministerium für den Ideenwettbewerb gewünscht hatte, sollte sich der Focus besonders auf den Kontext zu Familienfreundlichkeit in professionellen oder ehrenamtlichen Strukturen zu den Themenfeldern „Wohnen“, „Arbeiten“ und „Generationendialog“ richten.
18 dieser Ideen für mehr Familienfreundlichkeit sind eingegangen. 12 davon konnten berücksichtig werden, weil sie den Teilnahmebedingungen entsprachen. Aus diesen 12 Projekten konnte die sechsköpfige Fachjury  insgesamt neun Projekte prämieren. Pro Themenbereich erhält der 1. Platz 1.500 €, der 2. Platz 1.000 €, der 3. Platz 500 €.
Das sind die Gewinnerprojekte:
Kategorie Wohnen
1.Platz:Flüchtlingshilfe Uchtelfangen, Uchtelfangen
Der Helferkreis „Flüchtlinge der Evangelischen Kirchengemeinde in Uchtelfangen“ organisiert eine ehrenamtliche Betreuung der Flüchtlinge in Uchtelfangen sowie das Angebot eines ehrenamtlichen Deutschunterrichts. Durch ehrenamtliches Engagement wird die Integration in der Gemeinde durch besondere Angebote, wie zum Beispiel eine Anbindung an verschiedene Vereine, unterstützt.
2.Platz: Kinderlädchen Schwalbach, Schwalbach
Eine Damengruppe verteilt kostenfrei  Dinge des täglichen Bedarfs (Kleidungstücke und Kinderwagen etc.). Das Kinderlädchen ist einmal in der Woche geöffnet. Darüber hinaus ist Raum für Austausch gegeben. Im Vordergrund steht eine Plattform um Gutes zu tun und zu empfangen, ohne dass jemand eine Bittsteller-Rolle einnimmt. Das Projekt bereichert das Wohnumfeld.
3.Platz: Gelümmel & Getümmel, Saarbrücken
Das Privatunternehmen ist eine Familienbegegnungsstätte mit kommerziellen Angeboten. Ein Treffpunkt um Kursangebote wahrzunehmen und mit anderen Eltern und deren Kindern in Kontakt zu treten. Eine Art zweites Wohnzimmer für junge Familien ohne den Hintergrund finanzielle Gewinne zu erzielen.
Kategorie Arbeiten     
1.Platz: SHG-Kliniken Völklingen, Völklingen
In den SHG-Kliniken Völklingen wurde im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf das Familienhaus „Sterntaler“ gegründet.  Das Familienhaus bietet für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine flexible und bedarfsorientierte Kinderbetreuung an. Als weitere Maßnahme wurde eine Servicestelle „Familie und Beruf“ eingerichtet, die Beratungsangebote, auch zum Thema pflegende Angehörige, anbietet. Aus einem Projekt ist ein personalisiertes Konzept, mit fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, entstanden. Das Konzept wurde in der Unternehmensstruktur fest verankert und auch evaluiert.
2.Platz: Wohnen für Hilfe, Saarbrücken und Homburg
Im Projekt „Wohnen für Hilfe“ des Studentenwerk Saarland e. V. werden Generationen zusammengeführt. Während Seniorinnen und Senioren, Familien, Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund, zunehmend Hilfe zur Bewältigung des täglichen Lebens benötigen, suchen Studierende finanzielle Entlastung. Ein Projekt mit dem Schwerpunkt kostenfreies, generationsübergreifendes Wohnen. Pro Quadratmeter Wohnraum wird eine Stunde Unterstützung als Gegenleistung gefordert. Studierende, die bei Familien leben, unterstützen die Familien dabei, dass Familie und Beruf besser vereinbart werden kann. Die Studierenden bringen beispielsweise die Kinder zur Kita und holen sie wieder ab.
3.Platz: Alleinerziehenden Gruppe, Saarlouis
Der Caritasverband Saar-Hochwald e. V. bietet als Zusatzangebot Beratung, Informationen und Hilfe zu wichtigen Themen für Alleinerziehende, mit dem Ziel einer größeren, persönlichen, familienbezogenen und beruflichen Zufriedenheit an. Es handelt sich um eine nachhaltige Selbsthilfegruppe, die sich regelmäßig trifft. Die Gruppe trifft sich 14-tägig, eine Kinderbetreuung ist während dieser Zeit inklusive. Dieses Angebot verfolgt unter anderem das Ziel, dass alleinerziehende Menschen weiterhin berufstätig bleiben und ihr alltägliches Leben weiter fortführen können.
Kategorie Generationendialog
1.Platz: Leihgroßeltern schenken Familien Zeit, Saarbrücken
In Kooperation mit der Kinderbetreuungsbörse Saarbrücken hat die Katholische Bildungsstätte Saarbrücken e. V. das Projekt entwickelt. Das Projekt führt Familien, ohne direkten Kontakt zu den eigenen Großeltern der Kinder und engagierte Seniorinnen und Senioren zusammen, die als Leihgroßeltern ehrenamtlich die Familien bereichern. Dabei sollen diese keinesfalls eine Kinderbetreuung ersetzen, sondern nehmen sich wie leibliche Großeltern Zeit für tolle Aktivitäten. 2013 wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet, sodass eine Honorarkraft die Schulungen für die Leihgroßeltern, Fortbildungs- und Vernetzungstreffen sowie eine Betreuung der Familien und Leihgroßeltern anbietet.
Die Seniorinnen und Senioren bieten den Kindern Zeit, Erfahrung und Gelassenheit. Im Umkehrschluss geben die Kinder sozialen Kontakt, Lebensfreude und erfüllende Aufgaben im Ruhestand.
2.Platz: Familienzentrum Fabilu, St. Wendel Urweiler
Fabilu ist eine Begegnungsstätte, die hauptsächlich Angebote, Beratung und Kurse für Familien (Eltern und ihre Kinder) anbietet. Auch außerhalb der Institution  finden Veranstaltungen wie das Familienzelten oder Walderlebnistage statt. Ein Augenmerk liegt hierbei besonders auf dem Schwerpunkt die Familie als „Einheit“ zu betrachten.  Einige Angebote wie das „Netzwerk Lebenswert“ (Babysitter-Vermittlung) und der Handarbeitstreff „Strickliesel“ beziehen generationsübergreifend Jung und Alt mit ein. Die beiden Gründerinnen sind beide Erzieherinnen mit Zusatzqualifikationen und finanzieren ihr Familienzentrum über einen Förderverein.
3.Platz: Seniorencafé Tensch, Ottweiler
Im Rahmen der internationalen Kochgruppe Ottweiler treffen sich einmal monatlich Seniorinnen und Senioren zum Café. Diese Treffen bieten Raum für einen gemütlichen Austausch und kleine Ausflüge werden auch angeboten. In diesem Projekt steht nicht nur der Generationendialog im Vordergrund, sondern auch ein Austausch verschiedener Kulturen.
Familienministerin Monika Bachmann würdigt die Gewinner: „Sie alle sind heute hier, weil Sie sich aktiv für mehr Familienfreundlichkeit im Saarland einsetzen. Sie haben Projektideen entwickelt, die es Familien möglich machen, Beruf, Familie und Pflege zu vereinbaren; die mehrere Generationen zusammenbringen und die es für Familien noch lebenswerter im Saarland macht. Dafür gebührt Ihnen öffentlich Dank und Anerkennung.“
 

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