HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN
Anlässlich der Kritik von Pflegerinnen der SHG-Kliniken in Völklingen an der Pflegeausbildungsreform der Bundesregierung erklärt Astrid Schramm, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion des Saarländischen Landtags:
„Grundsätzlich geht die geplante Reform der Pflegeausbildung zwar in die richtige Richtung, denn die Anforderungen an die Pflegeberufe haben sich in den letzten Jahren sehr verändert. Deshalb ist es wichtig und richtig, die Ausbildung weiterzuentwickeln. Allerdings teilt DIE LINKE die Kritik der Pflegekräfte, wonach die Ausbildungsreform die Chance, den Pflegeberuf attraktiver zu machen, eher verschlechtert. Auch wir sehen demnach die geplante Zusammenlegung von Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zu einem Berufsbild kritisch.“
Einerseits entspreche die Trennung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege nicht mehr dem aktuellen Stand der Pflegewissenschaften, so Schramm weiter. Denn die pflegerischen Kernkompetenzen seien unabhängig vom Alter der zu Pflegenden die gleichen. Andererseits halte DIE LINKE jedoch einen gewissen Grad an Spezialisierung auch für notwendig. Es sei immer noch ein Unterschied, ob der oder die Pflegebedürftige ein Kind, ein älterer oder beispielsweise ein verunfallter Mensch sei. In jedem Fall würden andere Fachkenntnisse benötigt.
Schramm weiter: „Eine Reform muss eine gute Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleisten, gleichzeitig aber den Pflegeberuf attraktiver machen. Auch wir teilen daher die Befürchtung der Pflegekräfte, dass durch die Zusammenführung der Pflegesparten in eine Ausbildung die spezifischen Qualifikationen der einzelnen Fachgebiete verloren gehen, vor allem in der Kinderkranken- und in der Altenpflege. Zudem kann der geplante zusätzliche Lehrstoff kaum im gleichen Ausbildungszeitraum bewältigt werden.“
DIE LINKE fordert daher erneut die Integration der Pflegberufe zu einer dreijährigen dualen Ausbildung mit unterschiedlichen Abschlüssen in den einzelnen Bereichen. So könne die Qualität in der Pflege sichergestellt werden. Schramm weiter: „Das alleine reicht aber nicht aus, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen und die chronische personelle Unterbesetzung an den Kliniken und in Alten- und Pflegeeinrichtungen endlich zu stoppen. Wir brauchen eine bessere Krankenhausfinanzierung und endlich die Einführung einer gesetzlichen Personalbemessung.“ Zudem gehöre die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bessere Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen sowie ständige Fortbildungsmöglichkeiten dazu, um mehr Interesse an diesem Beruf zu wecken.
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