Im saarländischen Innovationssystem werden die Karten neu gemischt: Das Land bündelt zentrale Kräfte aus Forschung und Wirtschaft, um neue Technologien schneller in die Praxis zu bringen. Rund 5,5 Mio. Euro fließen dafür aus dem Transformationsfonds in ein neues Gemeinschaftsprojekt, das vor allem kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Forschung, Fördermitteln und modernen Technologien erleichtern soll.
Wirtschafts- und Innovationsminister Jürgen Barke gab am Mittwoch, 28. Januar, den offiziellen Startschuss für das auf vier Jahre angelegte Vorhaben. Getragen wird das Projekt von der saarland innovation und standort GmbH (saaris), der FITT gGmbH und der Triathlon Transfer GmbH. „Wir führen die Kompetenzen und Services unter einem gemeinsamen Dach zusammen. Damit machen wir es den Unternehmen im Saarland deutlich leichter, aus Forschungserkenntnissen konkrete Innovationen zu entwickeln. Kürzere Wege, klare Ansprechpartner und einen besseren Zugang zu Fördermitteln – genau das braucht der Mittelstand, um neue Ideen schnell in Wertschöpfung umzusetzen“, sagte Barke zum Auftakt.
Erstmals arbeiten damit drei zentrale Akteure des saarländischen Innovationssystems in einem abgestimmten Transferansatz zusammen. Jede der beteiligten Institutionen bringt ein eigenes Profil ein: saaris fungiert als Schnittstelle zu Unternehmen und zur Standortentwicklung, FITT steht für Wissens- und Technologietransfer sowie praxisnahe Forschung und Entwicklung an der htw saar, Triathlon konzentriert sich auf marktorientierte Verwertung, IP-Strategien und industrielle Umsetzung.
Die Partner wollen künftig mit klar definierten Rollen, abgestimmten Prozessen und gemeinsamen Instrumenten auftreten. Unternehmen sollen entlang des gesamten Innovationsprozesses begleitet werden – von der Bedarfsermittlung über Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften bis hin zu Verwertung, Markteinführung und Skalierung neuer Produkte oder Dienstleistungen. Ziel ist es, aus guten Ideen schneller marktfähige Lösungen zu machen und diese im Saarland zur Anwendung zu bringen.
FITT-Geschäftsführerin Mirjam Schwan beschreibt die Rolle ihres Hauses so: „Als Institut für Wissens- und Technologietransfer an der htw saar bringen wir unsere Erfahrung in praxisnaher Forschung und als Mittlerin zwischen Unternehmen und Hochschulkompetenzen ein. Ziel sind mehr Innovationspartnerschaften und ein wirksamer Beitrag zum Strukturwandel.“ Damit rückt insbesondere die enge Verzahnung von Hochschulen und Betrieben in den Fokus des Projekts.
Auch Michael Jung, Geschäftsführer der Triathlon Transfer GmbH, betont den Praxisbezug: „Unsere Stärke liegt darin, exzellente Forschung systematisch in marktfähige Lösungen zu überführen. Gemeinsam schaffen wir die Anschlussfähigkeit von der Identifikation verwertbarer Ergebnisse über IP-Strategien bis hin zu industriellen Partnerschaften – etwa in den Feldern KI, Life Sciences und Nachhaltigkeit.“ Damit sollen Forschungsergebnisse nicht in Laboren oder Archiven verbleiben, sondern gezielt in Kooperationen mit der Industrie münden.
Für saaris-Geschäftsführer Valentin Holzer steht vor allem der Nutzen für kleine und mittlere Unternehmen im Vordergrund. „Die gebündelte Expertise macht den Technologietransfer im Saarland schneller, effizienter und schlagkräftiger. Gerade für KMU entstehen klarere Zugänge zur Forschung und kürzere Wege zur Umsetzung“, erklärte Holzer. Unternehmen sollen so einfacher passende Ansprechpartner finden und Unterstützung bei der Entwicklung neuer Produkte oder Verfahren erhalten.
Ein zentrales Element des Projekts ist der Aufbau einer gemeinsamen datenbasierten Infrastruktur. Sie soll Transparenz über vorhandene Kompetenzen, Technologien, Fördermöglichkeiten und potenzielle Kooperationspartner schaffen. Ergänzt wird dies durch neue Transferformate, eine gezielte Ansprache von Unternehmen, systematisches Matching zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Identifikation und Verwertung von Forschungsergebnissen mit Marktpotenzial. So soll ein enges Netzwerk entstehen, das Innovationen im Saarland beschleunigt und den Technologietransfer dauerhaft stärkt.




















