Symbolbild

Im Saarland soll das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte neu geordnet und besser unterstützt werden. Der Ministerrat hat eine umfassende Integrations- und Teilhabestrategie beschlossen, die Zugewanderten den Start im Land erleichtern und allen einen gleichberechtigten Zugang zu Chancen und Angeboten eröffnen soll. Die Entscheidung fiel am 13. Januar 2026.

Hintergrund der neuen Strategie sind die veränderten gesellschaftlichen Realitäten im Bundesland. Nach Angaben des Sozialministeriums hatte 2024 rund jede vierte Person im Saarland einen Migrationshintergrund. Gleichzeitig bleiben die Zuzugszahlen von schutzsuchenden Menschen auf einem hohen Niveau. Sozialminister Magnus Jung sieht darin einen klaren Auftrag für die Politik: „Im Saarland hatte 2024 rund jede vierte Person einen Migrationshintergrund und auch die Zuzugszahlen von schutzsuchenden Menschen sind nach wie vor auf einem hohen Niveau. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf, um eine gleichberechtigte Teilhabe am sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben im Saarland zu ermöglichen – und das unabhängig vom Herkunftsland. Gelingende Integration setzt den Willen und das eigene Engagement von Menschen mit Migrationsgeschichte zur Eingliederung in die Gesellschaft voraus. Daher orientiert sich unsere neue Landesintegrationsstrategie am Grundsatz des Förderns und Forderns,“ betont Sozialminister Magnus Jung.

Die Integrations- und Teilhabestrategie wurde nicht allein in den Ministerien entwickelt, sondern in einem breiten Beteiligungsprozess. Eingebunden waren Bürgerinnen und Bürger, Expertinnen und Experten, Menschen aus der Praxis sowie Personen mit eigener Migrationsgeschichte. Ihre Rückmeldungen, Kritikpunkte und Anregungen flossen nach Angaben des Ministeriums direkt in die Ausrichtung der Strategie ein. Weil Integration als Querschnittsaufgabe verstanden wird, war zudem die gesamte Landesregierung beteiligt, ebenso wie verschiedene gesellschaftliche Akteure.

Inhaltlich bündelt das Papier sieben zentrale Handlungsfelder. Dazu gehören die Aufnahme, Erstorientierung und das Ankommen mit Unterstützung durch Wegweiser und Anlaufstellen sowie eine kultursensible Ausgestaltung von Beratung, Begleitung und Betreuung. Weitere Schwerpunkte liegen auf Bildungsintegration und Teilhabe, auf Sprachförderung unter besonderer Berücksichtigung des Prinzips der Eigenverantwortung, auf der beruflichen Integration – insbesondere internationaler Fachkräfte – sowie auf politischer Teilhabe, bürgerschaftlichem Engagement und kultureller Partizipation. Ergänzt wird dies durch den Anspruch auf diskriminierungsfreien Zugang zur gesundheitlichen Versorgung und das Ziel eines respektvollen demokratischen Miteinanders.

Neben den Handlungsfeldern definiert die Strategie auch übergeordnete Zieldimensionen der Integrations- und Teilhabepolitik des Landes. Genannt werden die Erstintegration neu Zugewanderter, die nachhaltige Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte in die Regelsysteme sowie das interkulturelle Zusammenleben. Damit richtet sich das Konzept nicht nur an neu zugewanderte und bereits länger im Saarland lebende Menschen mit Migrationsgeschichte. Angesprochen sind ausdrücklich auch die Strukturen der Regelsysteme, die Kommunen, die Zivilgesellschaft und die gesamte saarländische Bevölkerung.

Sozialminister Jung verweist zudem auf die Bedeutung von Migration für den Arbeitsmarkt im Land. „Unser Saarland profitiert jeden Tag von der Vielfalt der Menschen, die hier leben und arbeiten -Einwanderinnen und Einwanderer sind für unseren Arbeitsmarkt unverzichtbar, etwa in der Pflege und in vielen weiteren systemrelevanten Berufen. Mit der neuen Integrations- und Teilhabestrategie stärken wir deshalb nicht nur faire Chancen für alle, sondern auch den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“ Die vollständige Integrations- und Teilhabestrategie ist online unter www.saarland.de/integrationsstrategie abrufbar.

Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen soll nach dem Willen der Landesregierung dazu beitragen, Integration langfristig verlässlicher zu gestalten und Zuständigkeiten klarer zu ordnen. Durch die Ausrichtung auf Fördern und Fordern sowie die Einbindung vieler gesellschaftlicher Gruppen versteht sich die Strategie als Rahmen, an dem sich künftige Projekte und Entscheidungen im Bereich Integration und Teilhabe im Saarland orientieren sollen.

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