Sergei Dogadin - Foto: Anastasia Steiner
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An den Pfingstfeiertagen gibt das Saarländische Staatsorchester zwei Konzerte in der Saarbrücker Congresshalle.

Auf dem Programm des 7. Sinfoniekonzerts, das am Pfingstsonntag, 19. Mai, 11:00 Uhr und am Pfingstmontag, 20. Mai 2024, 19:30 Uhr stattfindet und mit dem Motto »Nachtstücke« überschrieben ist, stehen Dmitri Schostakowitschs Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77 und Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7 E-Dur. Beide Werke changieren zwischen Licht und Schatten, zwischen Fröhlichkeit und Trauer und versprechen eine musikalisch-emotionale Achterbahnfahrt.

Am Pult steht mit Thomas Sanderling einer der renommiertesten Dirigenten für Schostakowitschs Werk: Seine Familie war mit dem Komponisten befreundet, und Sanderling hat noch persönlich mit ihm gearbeitet. Den extrem fordernden Solopart des Violinkonzerts übernimmt der vielfach ausgezeichnete Geiger Sergei Dogadin, der zum ersten Mal in Saarbrücken zu Gast ist.

Tickets ab 19,00 € an der Theaterkasse, online im Webshop und an den Konzerttagen ab einer Stunde vor Konzertbeginn am Kassenschalter der Congresshalle.

Musik zwischen Trauer, Unterdrückung und deren Überwindung: Bereits 1948 hatte Dmitri Schostakowitsch sein 1. Violinkonzert vollendet, doch konnte es erst mit der nach Stalins Tod einsetzenden Tauwetter-Periode 1955 zur Uraufführung gebracht werden. Den Kampf zwischen Diktator und freidenkendem Künstler schildert Schostakowitsch auch mit musikalischen Mitteln, u. a. mit seiner musikalischen
»Unterschrift« aus den Tönen D–Es–C–H. Die emotionale Spannbreite reicht dabei von Depression über trotziges Aufbegehren bis zu grotesk überdrehtem Taumel. Die politische Situation in der Sowjetunion zwang Schostakowitsch zu einer doppelbödigen Musiksprache, deren Oberfläche nie recht zu trauen ist und die ihre wahren Absichten nur subkutan preisgibt. Mit den Abgründen von Schostakowitschs Musik bestens vertraut ist Dirigent Thomas Sanderling, dessen Familie mit dem Komponisten befreundet war und der noch mit ihm persönlich gearbeitet hat. Den extrem fordernden Solopart des Violinkonzerts übernimmt mit Sergei Dogadin ein Geiger, der in der letzten Dekade u. a. dadurch auf sich aufmerksam gemacht hat, dass er einige der renommiertesten Wettbewerbe für sich entscheiden konnte: gleich zweimal den Moskauer Tschaikowsky-
Wettbewerb sowie den Singapore International Violin Competition und den Joseph Joachim Violinwettbewerb Hannover.

Auch in Anton Bruckners 7. Sinfonie, dem größten Erfolg des zu Lebzeiten davon nicht gerade verwöhnten Komponisten, liegen Licht und Schatten eng beieinander: Dem Kopfsatz mit seinem sich heiter aufschwingenden E-Dur-Thema von Cello und Horn
folgt ein bewegendes Moll-Adagio als Totenklage auf den von Bruckner verehrten Richard Wagner sowie ein dämonisches Scherzo. Erst das Finale kann wieder an den gelösten Gestus des Anfangs anknüpfen und zu einem festlichen Schlusspunkt führen.

Karten 
Vorverkaufskasse, Schillerplatz 2, 66111 Saarbrücken
Dienstag bis Freitag: 10 – 18 Uhr, Samstag: 10 – 14 Uhr | Montags telefonische Kartenbestellung von 10 – 16 Uhr | Telefon (0681) 3092-486 | Webshop www.staatstheater.saarland

Die Tages- bzw. Abendkasse in der Congresshalle öffnet jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn.

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