Die Corona-Pandemie stellt die Hochschulen vor ungeahnte Herausforderungen. Diese besonderen Bedingungen berücksichtigt die von allen Länder und dem Bund getragene Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ in ihrem ersten bundesweiten Wettbewerb „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“. Mehr als 7 Millionen Euro werden an die Universität des Saarlandes (UdS), die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) und die Hochschule für Musik Saar (HfM) seitens der Stiftung in den kommenden Jahren ins Saarland fließen.

Durch die Förderung ausgewählter, zukunftsweisender Projektvorhaben sollen besonders gute pandemiebedingte Lösungen in den Hochschulen innovativ weitergedacht, erprobt und strukturell verankert werden. Dabei waren alle seitens der saarländischen Hochschulen eingereichten Anträge erfolgreich.

„In unseren saarländischen Hochschulen wird während der Pandemie Großes geleistet. Neue, digitale Lehrformate mussten in atemberaubender Eile erarbeitet werden. Die Hochschulen entwickeln nun neue Lehrformate sogar zu zukunftsweisenden Projekten weiter. Dies zeugt von großem Engagement und hoher Kreativität. Dafür danke ich auch im Namen der Landesregierung. Die bundesweite Auszeichnung freut uns alle ganz besonders, wir gratulieren den Preisträgern sehr herzlich“, so Ministerpräsident Hans.

Die Förderung ermöglicht der UdS die Einrichtung eines „Digital Teaching Plug-ins“. Dies ist eine zentrale Schnittstelle zur systematischen Weiterentwicklung des Digitalisierungsprozesses in der Hochschullehre. Innerhalb weniger Monate wurden an der Saar-Uni die für einen Online-Betrieb benötigten Technologien eingeführt und neue, digitale Lern-, Lehr- und Prüfungsangebote erstellt. Diese können nunmehr mit Hilfe der Fördermittel systematisch weiterentwickelt und verbreitet werden, so dass die digitale Lehre an der UdS künftig qualitativ gut verankert sein wird.

Die htw saar kann ihr Projekt „Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt von morgen“ (DIGITAM) auf den Weg bringen. Der saarländischen Fachhochschule war es in der Pandemie gelungen, den gesamten Vorlesungsbetrieb virtuell anzubieten. Bei praxisbezogenen Lernumgebungen wie der Modellfabrik und den Laboren sind virtuelle Lehr-, Lern- und Prüfungsszenarien hingegen noch nicht möglich. Hier setzt das Projekt an: Die Studierenden lernen künftig in und mit einer smarten Modellfabrik und werden so fit gemacht für die digitale Arbeitswelt von morgen. Zudem ermöglichen die Fördermittel die Finanzierung weiterer Maßnahmen, wie die Verbesserung der technischen Ausstattung, die Erprobung eines Kompetenznachweises „Future Skills“ für Studierende, die Einführung von Schulungen und Austauschformaten für Lehrende sowie die Vergabe eines studentischen Lehrpreises.

Die UdS erhält im Verbund mit der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zusätzliche Fördermittel für das Projekt „Gemeinsam Lehrpersonen bilden – Digitalität mit Informatik nachhaltig gestalten (GeLbDIng)“. Angesichts geringer Studierendenzahlen in bestimmten Fächern, beispielsweise im Lehramt Informatik, werden die Studierenden universitätsübergreifend zusammengefasst. Die beiden Hochschulen bündeln ihre Lehr- und Forschungsexpertisen und setzen digitale Werkzeuge für gemeinsame Veranstaltungen ein. Das Format wird über die Projektlaufzeit hinaus verankert, auch, um weiteren Universitäten die Beteiligung und damit das Lehramt Informatik in der Breite überhaupt erst zu ermöglichen.

Die Musikhochschule Saar war gemeinsam mit 17 weiteren Musikhochschulen mit dem „Verbundantrag NW 4.0“ erfolgreich. Für Frage- und Pro-blemstellungen im digitalen Bereich werden im Netzwerk gemeinsam Antworten und Lösungen entwickelt, nachhaltig in den Netzwerk-Musikhochschulen implementiert und dadurch dem Wissenschaftssystem langfristig zur Verfügung gestellt.

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