Vor der nächsten Sitzung des Untersuchungsausschusses zur Neunkircher Verkehrsgesellschaft (NVG) am 16. Juni 2026 erhöhen die Saar-Grünen den Druck. Die Partei verlangt eine rasche, umfassende und transparente Aufarbeitung der Vorgänge, die seit Monaten für Schlagzeilen sorgen. Auch die Grünen im Neunkircher Kreistag und Stadtrat unterstützen die Arbeit des Gremiums ausdrücklich und pochen seit Bekanntwerden der ersten Vorwürfe auf lückenlose Klärung.
Für Generalsekretär Hanko Zachow ist der Ausschuss mehr als nur ein politisches Instrument. „Der Ausschuss ist kein Instrument für Wahlkampf und keine Bühne für parteipolitische Ablenkungsmanöver. Sein Auftrag ist in erster Linie die Aufklärung der Geschehnisse“, betont er. Nach den Enthüllungen der vergangenen Monate brauche das Saarland nun vor allem Transparenz, klare Konsequenzen und belastbare Lehren für die Zukunft.
Die Grünen sehen in den jüngsten Entwicklungen den Beleg dafür, dass das parlamentarische Kontrollinstrument zwingend erforderlich ist. Immer neue Vorwürfe und Erkenntnisse werfen aus Sicht der Partei die Frage auf, wie die gravierenden Missstände bei der NVG über Jahre hinweg überhaupt entstehen konnten. Im Mittelpunkt steht für Zachow die Frage nach strukturellen Defiziten und fehlenden Kontrollmechanismen, die solche Entwicklungen erst möglich gemacht hätten.
Besonderes Gewicht misst die Partei dem bislang unveröffentlichten Teneo-Gutachten bei. Dessen Kritik an früheren Wirtschaftsprüfungen mache deutlich, dass der Ausschuss konsequent jeden relevanten Vorgang ausleuchten müsse. Halbherzige Klärung oder ein Fokus auf einzelne Personen reichten nach Auffassung der Saar-Grünen nicht aus, um das tatsächliche Ausmaß der Affäre zu erfassen.
Zachow warnt deshalb davor, die Aufarbeitung auf die Suche nach Sündenböcken zu verengen. „Der Untersuchungsausschuss darf sich nicht auf die Suche nach einzelnen Schuldigen beschränken. Er muss die politischen Verantwortlichkeiten, die Rolle der Aufsichtsgremien und mögliche Versäumnisse bei der Kontrolle kommunaler Unternehmen insgesamt untersuchen“, fordert der Generalsekretär. Für ihn steht fest: „Die Bürger:innen haben Anspruch auf die vollständige Wahrheit.“
Mit Blick auf die kommende Sitzung machen die Grünen damit deutlich, dass sie die Affäre um die NVG nicht als isolierten Einzelfall betrachten. Vielmehr gehe es um die grundsätzliche Frage, wie kommunale Unternehmen im Saarland überwacht werden und an welcher Stelle Aufsicht und politische Verantwortung künftig nachgeschärft werden müssen, um vergleichbare Skandale zu verhindern.



















