Erstmals seit Jahren sind die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag leicht zurückgegangen. Für das Jahr 2025 weist der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio Erträge in Höhe von 8,72 Milliarden Euro aus. Das sind rund 20 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, als noch 8,74 Milliarden Euro zusammenkamen. Unter dem Strich bedeutet das ein Minus von 0,22 Prozent.
Den Löwenanteil der Summe erhielten die öffentlich-rechtlichen Sender selbst. Insgesamt 8,56 Milliarden Euro flossen an ARD, ZDF und Deutschlandradio, weitere 164,5 Millionen Euro gingen an die Landesmedienanstalten. Parallel dazu sank die Zahl der registrierten Beitragskonten leicht: Ende 2025 waren es 46.922.005, ein Rückgang um 0,15 Prozent. Auch die Zahl der angemeldeten Wohnungen ging zurück, und zwar auf 40.445.105.
Für den Beitragsservice kommt diese Entwicklung wenig überraschend. Sie sei typisch für die Schlussphase jenes bundesweiten Datenabgleichs, der alle vier Jahre stattfindet und bei dem die Beitragsdaten mit den Melderegistern der Kommunen verglichen werden. „Die rückläufige Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen beim Beitragseinzug war so erwartet worden“, erklärte Bernd Roßkopf, Leiter des Geschäftsbereichs Finanzen und Services, bei der Vorstellung des Jahresberichts in Köln. Mit deutlicheren Veränderungen rechne man erst im Nachgang zum nächsten Abgleich, der ab Dezember 2026 anstehe.
Deutlich zurück gingen auch die Eingriffe gegen säumige Zahler. Die Zahl der Konten im Mahnverfahren sank zum Jahresende auf rund 3,65 Millionen. Bei den einzelnen Mahnmaßnahmen war der Rückgang noch stärker spürbar: Sie verringerten sich um knapp ein Fünftel auf 18,31 Millionen. Auch die Zahl der Vollstreckungsersuchen fiel von 1,59 auf 1,39 Millionen. Der Grund liegt erneut im Rhythmus des Meldedatenabgleichs, der nach Abschluss der Klärungsverfahren die Fallzahlen wieder auf ihr gewohntes Niveau drückt.
Bemerkenswert ist die Kostenentwicklung: Trotz einer allgemeinen Preissteigerung von durchschnittlich 2,2 Prozent stiegen die Aufwendungen für den Beitragseinzug nur minimal um 0,4 Prozent auf 191,4 Millionen Euro. Pro Beitragskonto blieb der Aufwand mit 4,08 Euro nahezu konstant. Höhere Personalkosten durch Tarifsteigerungen wurden durch Einsparungen bei externen Dienstleistungen sowie beim Druck und Versand von Briefen weitgehend ausgeglichen.
Gleichzeitig konnte der Service spürbar verbessert werden. Während schriftliche und telefonische Anfragen zurückgingen, verkürzte sich die durchschnittliche Bearbeitungszeit einer schriftlichen Anfrage von 14,6 auf 9,2 Tage. Damit liegt der Wert sogar unter dem Niveau von 2022. Möglich machte das vor allem die fortschreitende Digitalisierung. Mit dem im November 2025 modernisierten Internetauftritt rundfunkbeitrag.de wurde die technische Grundlage gelegt, künftige Online-Angebote schrittweise auszubauen. Eine erste praktische Anwendung folgt zum Jahresende: Die Klärungsschreiben des vierten bundesweiten Meldedatenabgleichs lassen sich dann bequem online beantworten.


















