
Am vergangenen Freitag strahlte die Sonne über Bexbach, als hätte sie sich für diesen Tag etwas Besonderes vorgenommen. Auf der Baustelle an der Hochwiesmühle füllten sich die noch rohbaufertigen Räume mit Handwerkern, Unternehmern, dem Bürgermeister und Freunden. Irgendwo zwischen Betonschalung und rohem Holz hing dieses Gefühl in der Luft, das man nur selten erlebt: Das Richtfest des Hotel Hochwiesmühle ist mehr als ein Baustellenfest. Es ist ein Meilenstein für Bexbach.
Wer das Gebäude kennt, kennt auch seinen Verfall. Jahrelang stand die alte Hochwiesmühle leer, verlor Stück für Stück ihren Glanz. Dann kam Peter Trösch. Der Bexbacher Gastronom und Hotelier, der mit dem Hotel Peters und mehreren Gastronomiebetrieben in Jägersburg und Homburg längst bewiesen hat, was er kann, fragte irgendwann nach – erst vorsichtig, dann hartnäckig. Drei Jahre Leerstand. Drei Jahre, in denen niemand anpackte. „Ich habe früher schon mal angefragt, wie es aussieht, und so kam ich überhaupt dazu“, sagt Trösch beim Richtfest fast beiläufig – als sei es das Selbstverständlichste der Welt, ein solches Projekt einfach zu übernehmen.
Es war es nicht: Über zwei Jahre lang arbeiteten sich Trösch und sein Team durch das, was der Volksmund „Altsubstanz“ nennt und was in Wahrheit bedeutet: Abriss, Entkernung, Entsorgung, Rückbau. Schicht um Schicht, Last um Last. „Das war eine anstrengende Zeit“, sagt er, und man kann sich gut vorstellen, dass das wohl eher noch eine Untertreibung ist. Der Rohbau sei nun weitgehend abgeschlossen, und erstmals werde sichtbar, wie sich das Projekt entwickelt. „Jetzt sehen wir ganz schnell, wie die Hülle mit Leben gefüllt wird.“
Am Tag des Richtfests ist von dieser Erschöpfung wenig zu sehen. Peter Trösch strahlt – und er tut es auf die stille Art der Menschen, die nicht mit Worten, sondern mit Taten überzeugen. „Ich bin happy“, sagt er ins Mikrofon. „Mit dem schönen Wetter belohnt.“ Belohnt ist das richtige Wort. Denn was heute sichtbar wird, ist ein Rohbau. Nach der Fertigstellung warten 32 großzügige Zimmer, davon drei Junior-Suiten, alle mit separaten Balkonen auf die Gäste. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Komfort und der Verbindung zur Natur: Alle Zimmer verfügen über einen eigenen großen Balkon, eine hochwertige Ausstattung inklusive Klimatisierung und passendes Interieur.
Dazu ein Wellnessbereich mit zwei Saunen und Ruheraum und einem neuen Wintergarten. So entsteht ein modernes Ferienhotel mitten im Saarland, das sowohl Geschäftsreisende als auch Urlauber ansprechen soll. Das neue Entrée des Hotels wird von der Seite des nahegelegenen Schwimmbads her erschlossen – eine großzügige Außenanlage mit 32 Parkplätzen, Gartenanlage und Teich soll die Ankunft zum Erlebnis machen. Die große Eröffnung ist für Oktober 2026 anvisiert. „Wenn nicht wirklich irgendwo gravierende Sachen dazwischen kommen sollten, ist das realistisch“, so Trösch.
Geplant wurde das Projekt gemeinsam mit einem regionalen Architekturbüro – und dass der Weg von der ersten Idee zur Baugenehmigung kein stiller war, verrät der Architekt selbst mit einem Schmunzeln: „Ich kann Ihnen erzählen, dass es auch kein Geheimnis ist, dass ich mich mit Herrn Trösch im Büro schon ziemlich laut unterhalten habe.“ Wer große Projekte plant, streitet eben auch leidenschaftlich darüber. Das Ergebnis, so scheint es, gibt beiden recht.
Besonders stolz zeigt sich die Runde über einen Aspekt, der in Zeiten globaler Lieferketten und internationaler Vergaben fast anachronistisch wirkt: Alle Auftragnehmer kommen aus einem Umkreis von zehn Kilometern. Keine anonymen Großkonzerne, keine fernen Subunternehmer – sondern Handwerker und Firmen, die Peter Trösch kennt, die ihn kennen, die seit Jahrzehnten zusammenarbeiten. „Da ist einfach ein Vertrauensverhältnis“, beschreibt Trösch die Zusammenarbeit. „Da sitzt jeder Handgriff und das macht auch Spaß.“
Den Rohbau erstellte die Firma Peter Groß – und sie ist, wie der Architekt nicht ohne Stolz verkündet, pünktlich. Der Zeitplan von Bauherr Trösch sei „sehr sportlich gewählt“, räumt er ein, aber: „Wir werden das Gebäude so hinbekommen, wie wir es auf den Plänen und Zeichnungen festgehalten haben.“
Der Bürgermeister und die Ehrung eines Machers
Bürgermeister Christian Precht ließ es sich nicht nehmen, dem Bauherrn persönlich zu danken – und er tat es mit Worten, die über das protokollarische Pflichtprogramm hinausgingen. Er sprach von jemandem, „der lebt das richtig, das Projekt“. Und: „Ein gutes Hauptgericht braucht gute Leute, Zeit und Liebe.“ Er lobte das außerordentliche Engagement und den Mut von Peter Trösch, der mit viel Herzblut in die Stärkung der lokalen Wirtschaft investiert. Precht betonte, wie stolz die Stadt auf solche Investitionen sei, die exakt den Vorstellungen einer modernen und nachhaltigen Stadtentwicklung entsprechen.
Trösch, so der Bürgermeister, ist einer der Menschen, die nicht nur reden, sondern machen. Einer, der die Wirtschaft stärkt, der investiert, der sich identifiziert – mit Bexbach, mit Jägersburg, mit der Region. Und auch ein Redner aus dem Umfeld des Projekts brachte es auf den Punkt: Man spüre bei jedem Gespräch mit Peter Trösch, dass das sein Projekt sei. Dass er es lebe. Trösch selbst nimmt das bescheiden auf. „Ich bin nicht der Mann, der immer die großen Sprüche klopft“, sagt er.
Das Richtfest-Gedicht: Alte Tradition, neue Mauern
Den stimmungsvollen Höhepunkt des Festes bildete das Verlesen des Richtspruchs, überreicht vom Dachdeckerbetrieb Regin, der mit einer alten Handwerkstradition dem Neubau seinen Segen gab: „Heute ruft man uns zum Feste, denn das Schwerste ist geschafft. Hier in wunderschöner Lage – feiern wir das Richtfest heut, was in ganz besondren Maße – unsere Bauherrschaft erfreut.“ Und am Ende, als der Richtkranz hoch über dem Gebäude wehte: „Nun mag das Glas am Grund zerspringen – und diesem Haus nur Gutes bringen.“
Sechs Millionen Euro – und kein Zurück
Zahlen gehören zur Wahrheit eines solchen Projekts, auch wenn sie keine leichte ist: Rund sechs Millionen Euro werden am Ende in die Hochwiesmühle geflossen sein. Etwa 1,5 Millionen mehr als ursprünglich geplant. Wer die Baupreisentwicklung der vergangenen Jahre kennt, wundert sich nicht – wer das Ergebnis sieht, versteht die Entscheidung. Der ursprünglich anvisierte Eröffnungstermin im Juli oder August 2026 war nicht zu halten. Oktober ist das neue Ziel – und Trösch ist überzeugt, dass es realistisch ist. „Die Gewerke sind großteils vergeben, da dürfte sich nicht mehr so viel tun.“
Die Hochwiesmühle ist, so stellt sich beim Rundgang heraus, nur der Anfang. Neben dem Hotel plant Trösch auf dem angrenzenden Gelände ein Mehrfamilienanlage mit 34 Mietwohnungen zwischen 60 und 80 Quadratmetern – hochwertig, nachhaltig, mit Wärmepumpen und großer Photovoltaikanlage ausgestattet. Die Baugenehmigung liegt vor, die Finanzierung steht. In den nächsten Wochen soll die Detailplanung abgeschlossen werden, der Baubeginn ist für das kommende Quartal angepeilt.
Der Mensch hinter dem Projekt
Zum Schluss noch ein Blick auf den Mann, ohne den das alles nicht wäre. Peter Trösch ist 2026 kein Anfänger mehr. Er führt erfolgreich mehrere Gastronomiebetriebe, das Hotel Peters und ein Team, das seit 20 Jahren zusammengewachsen ist. „Im Tagesgeschäft braucht mich kein Betrieb“, sagt er. „Sonst könnte ich das hier auch nicht leisten.“
Und doch ist die Hochwiesmühle das anspruchsvollste Projekt seiner Laufbahn – nicht weil er daran scheitert, sondern weil er daran gewachsen ist. „Ich habe das sehr schön im Einklang mit meinem Privatleben“, sagt er. Zwei Kinder, acht und elf Jahre alt. Eine Frau, die ihn bremst – und recht damit hat, findet er selbst.
„Ich muss mich ja nicht mehr beweisen. Wir machen das, was wir machen, über Jahrzehnte erfolgreich – und das will ich halten.“ Wer Peter Trösch an diesem sonnigen Freitagmittag zuhört, glaubt ihm das sofort. Und wünscht ihm – und dem neuen Hotel – das Allerbeste.
Das Hotel Hochwiesmühle NATUR · HOTEL · SPA öffnet voraussichtlich im Oktober 2026. Weitere Informationen unter www.hochwiesmuehle.de



























