Seit mehr als zehn Monaten fehlt dem Landkreis Merzig-Wadern eine stationäre psychiatrische Versorgung vor Ort – und der saarländische Gesundheitsminister Magnus Jung hat nach Ansicht der CDU-Landtagsfraktion bislang keinerlei erkennbare Schritte unternommen, um das zu ändern. Der CDU-Abgeordnete Stefan Thielen erhöht nun den Druck und wirft dem Minister vor, seinen eigenen Ankündigungen nicht gerecht zu werden.
Auslöser der Debatte ist die Schließung der stationären Psychiatrie an der SHG-Klinik Merzig zum 1. Juni 2025. Seitdem werden Patientinnen und Patienten aus dem Landkreis in Völklingen behandelt, oft weit entfernt von Familie, Freunden und gewohntem Umfeld. Minister Jung hatte seinerzeit selbst eingeräumt, dass dieser Zustand keine Dauerlösung sein könne, und eine Regelung bis zum 1. Oktober 2025 in Aussicht gestellt. Mehr als ein halbes Jahr nach diesem selbst gesetzten Termin ist nach Darstellung der CDU-Fraktion jedoch nichts geschehen: weder ein Konzept, noch eine konkrete Planung, noch eine politische Entscheidung.
„Zwischen Ankündigung und Wirklichkeit klafft eine erschreckende Lücke“, kritisiert Thielen. Dem Grundsatz, psychisch erkrankte Menschen wohnortnah und in ihrem Lebensumfeld zu versorgen, stimme er ausdrücklich zu. Genau diesen Anspruch habe der Minister aber formuliert, ohne ihn einzulösen. „Minister Jung darf nicht länger am Seitenrand stehen und zuschauen. Er muss endlich ins Handeln kommen und aktiv gestalten“, so der Abgeordnete.
Die Forderung zielt auf handfeste strukturelle Maßnahmen. Thielen verlangt eine verbindliche Krankenhausplanung für die psychiatrische Versorgung in der Region sowie konkrete und auskömmliche Investitionszusagen des Landes. Wohnortnahe psychiatrische Angebote seien ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Grundversorgung, betont er – gerade im ländlichen Raum, wo Wege lang und Alternativen rar sind. Die Menschen im Landkreis Merzig-Wadern hätten denselben Anspruch auf verlässliche medizinische Infrastruktur wie jene in den saarländischen Ballungszentren.
Der Vorgang reiht sich in eine breitere Diskussion über die Zukunft der Krankenhauslandschaft im Saarland ein. Die Schließung psychiatrischer Abteilungen an kleineren Standorten trifft ländliche Regionen besonders hart, weil Angehörige für Besuche weite Strecken zurücklegen müssen und die soziale Einbindung der Betroffenen während der Behandlung leidet. Ob und wann das Gesundheitsministerium auf die Forderungen reagiert, bleibt offen. Die CDU-Fraktion hat unmissverständlich angekündigt, den Minister an seinen eigenen Zusagen zu messen.




















