Das Christian von Mannlich-Gymnasium erhielt vor einigen Tagen – zum wiederholten Male – Besuch aus Ostpolen. Seine Partnerschule, das Liceum Ogolnoksztalcace aus Dubiecko in der Wojewodschaft Podkarpackie, schickte eine Delegation von zwanzig Schülerinnen und Schülern sowie zwei Lehrerinnen auf den langen Weg ins Saarland. Dort wurden sie von einer etwa gleich großen Gruppe von fünfzehn- bis siebzehnjährigen deutschen Schülerinnen und Schülern empfangen, die sie eine Woche lang in ihren Familien aufnahmen.
Der Austausch stand unter dem vieldeutigen Motto „Wir überwinden Barrieren“. Es galt zunächst einmal, Sprachbarrieren zu überwinden, was in den meisten Fällen mit Hilfe der Lingua franca Englisch geschah. Dann wurden in den Familien auch kulturelle Barrieren überwunden, indem die polnische und die deutsche Kultur aufeinander zugingen. An einem Vormittag im Mannlich-Gymnasium fand ein Workshop statt, in dem eine weitere Barriere überwunden werden musste: Die je zwanzig Schülerinnen und Schüler aus Polen und Deutschland arbeiteten mit zehn jungen Leuten aus Syrien und Afghanistan zusammen, die vor kurzem als Flüchtlinge nach Deutschland kamen und nun reguläre Schüler am Mannlich-Gymnasium sind. Es galt, Gemeinsamkeiten zu entdecken, aber auch, die jeweils andere Kultur kennenzulernen.
Auch geographische Barrieren wurden überwunden, als die deutsch-polnische Gruppe zu einer Draisinenfahrt in die Pfalz gereist ist. Absoluter Höhepunkt war eine weitere Grenzüberschreitung: Eine Tagesfahrt nach Straßburg inklusive Besuch des Europaparlaments. Dort konnten die jungen Leute hautnah erleben, wie die Europäische Union funktioniert – trotz aller Widerstände zuhause.

Foto: Andreas Figlak


















