Die Fronleichnam Kirche in Homburg am Abend - Bild: Stephan Bonaventura
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Mit großer Bestürzung hat das Pfarreiteam der Pfarrei Heilig Kreuz Homburg die Veröffentlichung des Gutachtens zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum München- Freising zur Kenntnis genommen.

In der offiziellen Stellungsnahme, heißt es: „Wir sind erschüttert über das unerträgliche Ausmaß an Vertuschung, Verharmlosung und Kleinreden der Verbrechen auf höchster Ebene. Es ist nicht zu fassen, dass Täter in Schutz genommen werden, um dem Ansehen, dem Schutz und der Machterhaltung der Kirche nicht zu schaden. Es ist traurig und niederschmetternd, dass Hirten nicht nach den Schwachen und Kleinen geschaut, sich nicht um Opfer gesorgt, sondern alles versucht haben, den Tätern und der Institution eine reine Weste zu erhalten und nachweisliche Täter durch Versetzungen neue Möglich- keiten des Missbrauchs ermöglicht haben. Den vielen vom Missbrauch betroffenen Menschen werden durch Schutzbehauptungen wieder neue Verletzungen hinzugefügt.

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Uns als Pfarreiteam erfüllt es mit großer Scham und macht uns sprachlos, wenn Vertreter der Kirche Verbrechen begehen und Kirchenleitungen dies decken. Das Evangelium, die frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus ist aus dem Blick geraten, um das System der katholischen Kirche zu schützen. Das kann, das darf nicht sein. Generalvikar Andreas Sturm sagte in einer Predigt am 23. Januar 2022: „ Im Letzten geht es mir darum, dass wir endlich aufhören, Kirche als das Heil anzusehen, sondern dass wir die Rangfolge wieder klar bekommen: Christus ist unser Heil und die Kirche ist das Werkzeug.“

Für uns als Pfarreiteam der Pfarrei Heilig Kreuz Homburg steht eindeutig die Botschaft von Jesus Christus im Mittelpunkt. Er ist das Heil und als Teil der Kirche wollen wir der Verkün- digung von Christus als dem Heil dienen. Als Vertreterinnen und Vertreter in der Leitung der katholischen Kirche von Homburg wollen wir uns dafür einsetzen, dass das gilt, was im 1. Korintherbrief geschrieben ist, bei dem die Kirche als Leib beschrieben wird: „Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit.“

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Wir ermuntern Bischof Wiesemann und Generalvikar Sturm, kompromisslos den Weg der Auf- arbeitung des Missbrauchs und der Verbrechen im Bistum Speyer zu gehen und sich auf die Seite der Opfer zu stellen. In unserer Pfarrei setzen wir nach wie vor auf Präventionsarbeit und sind an der Erstellung eines institutionellen Schutzkonzeptes. Gleiches geschieht in unseren vier Kindertagesstätten und un- seren Jugendverbänden. Die systemischen Strukturen der Kirche haben Missbrauch begünstigt.

Als Pfarreiteam, bestehend aus Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, aus Frauen und Männern, stehen wir dafür ein, dass die Machtstrukturen der Kirche aufgebrochen werden. Pfarrei Heilig Kreuz- Segensort für ALLE; so steht es auf unserer Fahne am Pfarrhaus. Segensort – ein Kontrapunkt zu dem Schrecken, den unsere Kirche zu verantworten hat. Viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gremien, Gruppen und Verbänden setzen sich dafür ein, dass unsere Pfarrei ein Segensort für ALLE sein kann. Ihnen danken wir von Herzen. Segensort für ALLE – der frohen Botschaft Jesu Christi verpflichtet. Gerade jetzt. Das Pfarreiteam der Pfarrei Heilig Kreuz: Michael Becker, Daniela Didion, Andreas Jacob, Frank Klaproth, Gerlinde Meyer, Marina Neumann, Stefan Pappon und Esther Reichert.“

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