Wer den „Urwald vor den Toren der Stadt“ besuchen will, braucht dafür künftig kein Auto mehr. Seit Karfreitag verbindet die Buslinie 192 den Haltepunkt Riegelsberg Süd mit der Scheune und dem Forsthaus Neuhaus – und zwar an jedem Samstag, Sonn- und Feiertag im Zwei-Stunden-Takt. Das saarländische Umweltministerium stellt für das Pilotprojekt rund 12.000 Euro bereit, vorerst befristet bis zum Ende der Herbstferien.
Die neue Verbindung schließt eine Lücke, die Ausflügler bislang regelmäßig ins eigene Auto zwang. In Riegelsberg besteht direkter Anschluss an die Saarbahnlinie S1, sodass das Naturschutzgebiet im Saarkohlenwald vom gesamten Saarbahn-Netz aus mit überschaubaren Umsteigezeiten erreichbar wird. Umweltministerin Petra Berg betonte bei der Ankündigung: „Der Urwald vor den Toren der Stadt ist ein Best Practice Beispiel im Bereich Wildnisentwicklung und Wildnispädagogik, aber gleichzeitig auch ein tolles Ausflugsziel.“ Zu einem nachhaltigen Lebensstil gehöre es, so oft wie möglich das Auto zugunsten von ÖPNV und Fahrrad stehen zu lassen. „Daher freue ich mich sehr, dass wir nun eine Buslinie anbieten können, mit der der Urwald vor den Toren der Stadt mit moderaten Umsteigezeiten zur Saarbahn erreichbar ist“, so Berg weiter.
An der Scheune Neuhaus erwartet die Fahrgäste weit mehr als nur Waldluft. Sowohl der SaarForst Landesbetrieb als auch der NABU-Landesverband Saarland gestalten dort ein breites Veranstaltungsprogramm rund um Wald, Umwelt und Naturschutz. Die Angebote richten sich vor allem an Kinder und Jugendliche, stehen aber auch interessierten Erwachsenen offen. Viele dieser Projekte fördert das Ministerium im Rahmen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung.
Dass die Buslinie ausgerechnet 2026 startet, kommt nicht von ungefähr. Der Saarkohlenwald, zu dem das als „Urwald vor den Toren der Stadt“ bekannte Gebiet gehört, trägt in diesem Jahr den Titel „Waldgebiet des Jahres“. Der Bund Deutscher Forstleute hatte den sogenannten Zweistufen-Wald ausgewählt, weil er als Zeitzeuge verschiedener erdzeitalterlicher und historischer Epochen überzeugt. Zahlreiche Veranstaltungen begleiten die Auszeichnung über das gesamte Jahr hinweg und dürften zusätzliche Besucherströme in die Region lenken.
Mit der neuen Linie 192 setzt das Saarland ein kleines, aber konkretes Zeichen dafür, dass Naturerlebnis und klimafreundliche Mobilität kein Widerspruch sein müssen. Ob die Verbindung über die Herbstferien hinaus bestehen bleibt, dürfte nicht zuletzt davon abhängen, wie viele Menschen das Angebot tatsächlich nutzen. Wer also an einem Wochenende den Urwald entdecken möchte, kann ab Karfreitag ganz ohne Parkplatzsuche in den Bus steigen.




















