„Das war’s von den Halter Sisters!“ – mit diesen Worten verabschiedete sich Christel Blase Ende März 2026 von einer Ära, die mehr als sechs Jahrzehnte währte. Der Friseursalon Halter in der Dorfmitte von Oberwürzbach hat nach 65 Jahren endgültig geschlossen. Was als Familienbetrieb begann, war längst zu einer Institution geworden, deren Bedeutung weit über Haarschnitte und Frisuren hinausreichte.
Bei einem Umtrunk, zu dem zahlreiche Stammkundinnen und Stammkunden erschienen waren, hielt Christel Blase eine emotionale Dankesrede. Sie richtete ihre Worte an Familie, Team und Kundschaft – an all jene, die den Salon über Jahrzehnte getragen hatten. Die Gäste erwiderten den Dank auf ihre Weise: mit liebevollen Worten, manche gesprochen, manche gesungen. Es war ein Abschied, der deutlich machte, welchen Stellenwert der kleine Betrieb im Ort besaß.
Ortsvorsteherin Dunja Sauer fand dabei besonders persönliche Töne. „Unser Friseursalon war weit mehr als ein Friseursalon. Ihr habt unser Leben mit fachlichem Können sowie mit Liebe und Leidenschaft bereichert. Ihr werdet uns allen sehr fehlen“, sagte sie und würdigte das große Engagement sowie das aufrichtige Interesse der Familie Halter an den Menschen im Ort. Auch Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ließ es sich nicht nehmen, per Videobotschaft herzliche Worte des Dankes für das jahrzehntelange Wirken der Familie im Friseurhandwerk zu übermitteln.
Die Geschichte des Salons reicht zurück bis zum 1. März 1961, als Egon Halter und seine Frau Eva-Maria in Oberwürzbach ihr Geschäft eröffneten. Aus dem jungen Betrieb wurde rasch eine feste Größe in der Region, nicht zuletzt weil die beiden Töchter Hildegard Becker und Christel Blase den Weg ihrer Eltern einschlugen. 1999 übernahmen sie den Salon offiziell und führten ihn mit einem eingespielten Team weiter. Als Hildegard Becker 2021 in den Ruhestand ging, hielt ihre Schwester Christel den Betrieb noch mehrere Jahre am Laufen.
Nun geht auch sie in den Ruhestand – und weil sich keine Nachfolge fand, endet damit die Geschichte des Familienunternehmens. Die zwei verbliebenen Mitarbeiterinnen werden ihr Handwerk in anderen Friseurgeschäften der Umgebung fortsetzen. Für die Dorfmitte von Oberwürzbach aber bleibt eine spürbare Lücke. Denn der Salon Halter war eben nicht nur ein Ort, an dem Haare geschnitten wurden. Er war ein Treffpunkt, ein Stück Alltag, ein Raum für Gespräche – und für viele Menschen über Generationen hinweg ein verlässlicher Teil ihres Lebens.

















