Der Homburger Nikolausmarkt. Archivbild: Stephan Bonaventura
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Weihnachtsdorf und Nikolausmarkt erfreuten vor der Pandemie Jung und Alt in Homburg. Und in diesem Jahr sieht es tatsächlich so aus, als könnten die Veranstaltungen wieder stattfinden. Auch die Energiekrise dürfte daran nichts ändern. Wieso das so ist und warum es trotz derzeit hoher Energiekosten wohl auch keine großen Einsparmaßnahmen geben wird, haben uns die Ausrichter erklärt.

Glühweinstände, Alm, Eisbahn – auf dem Nikolausmarkt und im Weihnachtsdorf war immer wieder viel geboten. Da wurde munter Glühwein zum Kochen gebracht, in der beleuchteten Alm gefeiert und auf dem wohl präparierten Eis Schlittschuh gelaufen. Was früher das normalste der Welt war, ist in der heutigen Zeit durchaus nicht selbstverständlich. Stichwort Energiekosten. Die sind deutlich höher als bei der jeweils letzten Austragung im Winter 2019. Was die Betreiber jedoch keineswegs davon abhält, die Veranstaltungen in diesem Jahr ausfallen zu lassen.

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Es gebe von Seiten der Verwaltung keine Überlegungen, den Nikolausmarkt auf dem Marktplatz in diesem Jahr aufgrund von Energiekosten abzusagen, erklärt die Stadt auf Anfrage. „Dem Argument, durch eine Absage der Weihnachtsmärkte dem generellen Energieeinspargebot Rechnung zu tragen, steht entgegen, dass gerade kleinere Märkte nicht sehr verbrauchsintensiv sind und dass auch die Bedeutung für die Bürger sowie für den Tourismus zu würdigen ist. Gerade nach den beiden entbehrungsreichen Jahren 2020 und 2021 wäre eine erneute Absage fatal, zumal gerade die Pflege der Traditionen in der Advents- und Weihnachtszeit für viele von besonderer Bedeutung sind.“

Darüber hinaus gehen die Energiekosten nicht zu Lasten der Stadt, sondern werden an die Standbetreiber weitergegeben. Von deren Seite seien bisher noch keine Absagen eingegangen. Im Gegenteil: Das Interesse einzelner Betreiber sei sogar bereits im Sommer bekundet worden, als die Energiekrise schon in vollem Gange war. Die meisten Stellplatzbewerbungen gingen aber jetzt erst ein, heißt es von Seiten der Stadt.

Klarer ist die Stand-Situation derweil bereits beim Weihnachtsdorf, das in diesem Jahr ebenfalls wieder stattfinden soll. 26 von 30 Ständen sind hier bisher besetzt. „Wir bräuchten noch Stände für Schmuck und Gewürze sowie einen Süßwarenstand“, so Veranstalter Thorsten Bruch, Geschäftsführer von TOB-Events. Von Zurückhaltung ist von Seiten der Beschicker also auch hier kaum eine Spur, auch wenn die Situation im Grunde die Gleiche ist wie auf dem Nikolausmarkt. Denn auch auf dem Christian-Weber-Platz müssen die Energiekosten jeweils von den Standbetreibern getragen werden. „Jede Hütte ist mit einem Zähler ausgestattet, sodass der Verbrauch später exakt nachvollzogen werden kann“, erklärt Bruch.

Das Homburger Weihnachtsdorf lockt mit Alm, Eisbahn und Weihnachtsbaum Besucher aus nah und fern. Foto: Friedel Simon

Aber im Weihnachtsdorf gibt es ja nicht nur Buden, sondern auch die beliebte Eisbahn und die Alm, die ebenfalls Energie verbrauchen. Bei der letzten Ausgabe 2019 waren das rund 17.500 Kilowattstunden – über drei Wochen wohlgemerkt.. 15.000 kamen dabei allein durch die Eisbahn zusammen, was Bruch jedoch keineswegs davon abhält, auf die Attraktion in diesem Jahr zu verzichten. „Wenn ich da nur 5000 Läufer dagegen rechne, macht das drei Kilowattstunden pro lachendes Kindergesicht. Das ist meines Erachtens völlig im Rahmen.“ Und auch ansonsten soll es keine großartigen Einsparmaßnahmen geben, allein schon deshalb, weil das Weihnachtsdorf zu 99% mit stromsparenden LED-Lampen ausgestattet ist. Sorgen bereiten Bruch eher andere Kosten. „Wir haben generell mit gestiegenen Preisen zu kämpfen.“ So hätten sich beispielsweise die Security-Stunden um fast 100% verteuert. Auch der Transport der Hütten und der Alm sei „wahnsinnig“ teuer geworden „Das schlägt schon zu Buche.“

Auch für den Nikolausmarkt sind keine großen Energiesparmaßnahmen geplant, wie die Stadt mitteilt. Diese seien nur in geringem Umfang umsetzbar. Gegebenenfalls könne man den Markt eine Stunde später öffnen oder die Anzahl der Beschicker reduzieren. „Letzteres wäre kontraproduktiv und würde dazu führen, dass die Attraktivität des Marktes leidet. Dies wiederum könnte zu einer Nachfrageverringerung in den Folgejahren führen, was aus Erfahrung mittelfristig nur schwer korrigierbar ist“, erklärt die Stadt, wieso es hier keine Einschränkungen geben wird.

Nikolausmarkt und Weihnachtsdorf sollen also wie vor der Pandemie über die Bühne gehen. Dabei soll der Nikolausmarkt auf dem Marktplatz vom 25. November bis zum 6. Dezember stattfinden, während das Weihnachtsdorf seine Pforten vom 7. Dezember bis zum 30. Dezember öffnet. „Am 23. November beginnen wir mit dem Aufbau der Alm, dann kommt die Eisbahn dran und schließlich werden die Buden aufgebaut“, schildert Veranstalter Bruch das Aufbau-Prozedere. Diesem Gang der Dinge könnte letztlich nur noch eine Sache im Wege stehen: das leidige Corona-Thema, das schon 2020 und 2021 die Austragung verhinderte. „Falls es Einschränkungen in irgendeiner Form geben sollte, würde ich das Weihnachtsdorf absagen. Das ließe sich dann wirtschaftlich einfach nicht darstellen“, sagt Bruch. Schade wäre das in jedem Fall – schließlich dürfte bei nicht wenigen Menschen die Vorfreude auf Glühwein, Eisbahn und Co. nach langen Jahren des Verzichts groß sein.

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