Bild: Stephan Bonaventura

Die stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger (SPD), hat die Corona-Strategie der saarländischen Landesregierung verteidigt. Am Rande der Eröffnung eines Testzentrums in Homburg-Einöd erklärte sie, dass die Politik etwas „Klügeres“ anbieten müsse als einen Lockdown. Die Strategie der Landesregierung, das Saarland als Modell-Region einzustufen und so Öffnungen durch Testen zu ermöglichen, steht angesichts bundesweit hoher Inzidenzzahlen heftig in der Kritik.

Es kommt wahrlich nicht oft vor, dass das Saarland Thema in den bundesweiten Nachrichten ist. Doch das hat sich gerade deutlich geändert: Mit der Strategie, das Saarland als Modellregion einzustufen und so begrenzte Lockerungen zu ermöglichen, sorgt die saarländische Landesregierung für einiges Aufsehen in der Republik. Tenor: Die Beschlüsse gingen zu weit und seien angesichts der hohen Inzidenzzahlen nicht angemessen.

Auf diese Kritik hat Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) nun im saarpfälzischen Einöd, wo sie ein Testzentrum eröffnete, reagiert und die Politik der Landesregierung verteidigt. Sie hob dabei hervor, dass das Saarland im Vergleich zu anderen Bundesländern mit rund 400 Teststationen auf 1 Million Einwohner ein „wirklich dichtes Netz“ an Testmöglichkeiten habe. Das Land Berlin beispielsweise habe stattdessen auf 4 Millionen Einwohner nur 150 Teststationen. „Diese Werte geben ein Gefühl dafür, warum wir uns mit einem immer noch zu hohen, aber stabilen Inzidenzniveau ein Stück weit mehr zugetraut haben als andere Länder“, so die 45-Jährige.

AnkeRehlinge – Foto: SPD-Landtagsfraktion

Rehlinger betonte in diesem Zusammenhang jedoch auch, dass die Lockerungsschritte keineswegs „exorbitant“ seien und verwies dabei mit Luxemburg und Rheinland-Pfalz auf Nachbarregionen des Saarlandes. „Dort ist die Außengastronomie ebenfalls geöffnet.“ Bei der Strategie der Landesregierung gehe es letztendlich darum etwas zu machen, das „klüger ist, als nur einen Lockdown zu veranstalten.“ Gleichzeitig räumte sie jedoch ein, dass man nicht wisse, ob die Strategie aufgehe. „Es hängt viel von uns selbst ab, zum Beispiel ob die angebotenen Testmöglichkeiten auch genutzt werden.“

Ob die zahlreichen Kritiker der saarländischen Maßnahmen von diesen Worten besänftigt werden, ist zwar ungewiss. Sicher scheint jedoch eines: Auf das Saarland dürfte auch in den kommenden Tagen die ganze Republik schauen.

Auch interessant:

Eilantrag gegen „Testpflichten“ nach saarländischen Corona-Verordnungen nach dem sog. „Saarland-Modell“ eingegangen

 

 

 

 

 

 

 

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.