Mit dem ÖPNV unterwegs im Saarpfalz-Kreis. - Foto: Manuela Meyer/Saarpfalz-Kreis
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Im Tarifkonflikt um bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr von Rheinland-Pfalz verschärft ver.di den Druck: Die Gewerkschaft ruft die Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe zu einem zweitägigen Warnstreik auf. Ab Freitag, den 27. Februar 2026, um 3 Uhr morgens sollen Busse und Bahnen in weiten Teilen des Landes stillstehen – und zwar bis zum Ende der letzten Schicht am Samstag. Auch für Pendler und Schüler im Saarland, die auf grenzüberschreitende Verbindungen angewiesen sind, könnte das Folgen haben.

Auslöser ist das Scheitern der vierten Verhandlungsrunde zwischen ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Rheinland-Pfalz. Zwar habe die Arbeitgeberseite erstmals ein konkretes Angebot vorgelegt, doch dieses sei weit von einem akzeptablen Abschluss entfernt, so die Gewerkschaft. Besonders ein Detail sorgt für Empörung in den Belegschaften: Während die Arbeitgeber langjährigen Beschäftigten bei einer Kernforderung entgegenkommen wollten, verlangten sie im Gegenzug, allen Mitarbeitenden eine Stunde Nachtschichtzulage zu streichen.

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„So etwas ist für die Beschäftigten nicht tragfähig. Daher müssen wir auch diese Gegenforderung der Arbeitgeberseite verteidigen“, erklärte der zuständige ver.di-Verhandlungsführer Marko Bärschneider. Die Gewerkschaft sieht in dem Vorstoß der Arbeitgeber den Versuch, Verbesserungen an einer Stelle durch Verschlechterungen an anderer Stelle zu finanzieren – ein Modell, das die Beschäftigten nicht mittragen wollen.

Betroffen von dem Ausstand sind die KRN-Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH, die Mainzer Verkehrsgesellschaft, die Stadtwerke Pirmasens Verkehrs-GmbH sowie die SWT AöR der Stadt Trier. Auch die SWK Stadtwerke Kaiserslautern Verkehrs-AG ist einbezogen, allerdings mit einer Sonderregelung: Dort endet der Streik bereits am Samstag um 4 Uhr morgens, damit der öffentliche Nahverkehr für Fußballfans am Wochenende aufrechterhalten werden kann. In den übrigen Betrieben dauert der Ausstand hingegen bis zum Schichtende am Samstagabend.

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Im Kern geht es ver.di um deutlich bessere Arbeitsbedingungen für das Fahrpersonal und die weiteren Beschäftigten der Branche. Neben einer allgemeinen Erhöhung von Zuschlägen und Urlaubsgeld steht eine Forderung besonders im Fokus: Sogenannte Wendezeiten, also die Minuten zwischen zwei Fahrten, in denen das Personal auf dem Fahrzeug bleibt und Verantwortung trägt, sollen künftig vollständig bezahlt werden. „Wer auf dem Fahrzeug sitzt oder für dieses verantwortlich ist, der muss auch voll bezahlt werden“, betonte Bärschneider.

Fahrgäste in Rheinland-Pfalz müssen sich an beiden Tagen auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Sowohl der Berufspendelverkehr als auch der Schülerverkehr dürften massiv betroffen sein. Wer auf den ÖPNV angewiesen ist, sollte sich rechtzeitig nach Alternativen umsehen oder Fahrgemeinschaften organisieren.

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Die nächste Chance auf eine Einigung bietet sich am 9. März 2026, wenn in Rheinland-Pfalz die fünfte Verhandlungsrunde ansteht. Die Erwartungen auf Seiten der Gewerkschaft sind unmissverständlich: Dort muss nach Überzeugung der Beschäftigten ein tragfähiger Abschluss her. Sollte auch diese Runde ergebnislos bleiben, dürften weitere Arbeitskampfmaßnahmen kaum zu vermeiden sein. Der Druck auf beide Seiten wächst – und mit ihm die Belastung für die Fahrgäste in der Region.

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