Dr.Jutta Schwan (l.) und Kammerzofe Henrietta (r.) - Bild: Stephan Bonaventura

Bald werden im Römermuseum Homburg-Schwarzenacker barocke Modegeheimnisse enthüllt.

Das unterhaltsame Solo der Kammerzofe Henrietta , dargestellt von Monika Link, thematisiert, wie man stilsicher durch barocke Modewelten laviert und modisch weltgewandte Statements mit politischem Ausrufezeichen versieht. Nach dem Motto „Du bist, was Du trägst“ zeigt sie auf, wie höfisches Image durch die gezielte Auswahl von Kleidungsstücken und Accessoires prestigekonform gesteigert oder geschmälert wurde. Henrietta knackt visuelle Codes und gibt preis, wie sich der geheime Inhalt der Botschaften durch den Kontext der smarten Details entschlüsseln lässt.

Kammerzofe Henrietta entführt die Gäste fundiert, informativ wie auch humorvoll in die Zeit der Reifröcke, Schnürmieder und Perücken und verknüpft dabei die historischen Ereignisse der damaligen Zeit. „Henrietta, eine Zeitzeugin haucht der Geschichte Leben ein und öffnet den Zuhörern ein Zeitfenster“, beschreibt Philipp Scheidweiler, Geschäftsführer der Stiftung Römermuseum, was das Publikum am 5. Mai erwartet.

„Wer glaubt, hier geht es endlos über Spitzen, Schleifen und Rüschen, der irrt. Es geht um viel mehr. Beispielsweise um den politischen Informationsgehalt hübsch drapierter Federn“, weiß Henrietta. Und sie hält nicht hinter dem Berg mit „wertvollen Tipps zur textilen Farbauswahl, um die Konkurrenz blass aussehen zu lassen. Ganz zu schweigen von der Bedeutung einer falschen Lockenpracht, von dem dezenten Informationstransfer mithilfe modischer Signalflaggen an nicht eheliche Adressaten und einer Kette, die den Hals zierte, ihn später jedoch kosten sollte.“ Ein hochherrschaftliches Exponat des Monats – angefertigt von Monika Link, präsentiert von Henrietta – spiegelt den „Dernier cri“ – die absolute Krönung – in der barocken Modewelt wider.“

Termin:

„Gut betucht — Ein Leben ohne Gummiband und Reißverschluss“
Monika Link alias Kammerzofe Henrietta mit einem Vortrag über die Mode des Barock

– > Donnerstag, 5. Mai 2022, um 19 Uhr

Die Veranstaltung findet im Mannlichsalon des Edelhauses statt, die Teilnahmegebühr beträgt 16 Euro. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.roemermuseum-schwarzenacker.de oder telefonisch unter 06848/730777.

Hintergrund: Jubiläumsjahr 2022

Anno domini 1722. Seine Winzigkeit Christian IV. Herzog von Pfalz-Zweibrücken erblickt das Licht der Welt. Im Laufe seines 53 Lenze zählenden Lebens mausert er sich zu einem allseits beliebten Regenten. Der Kunst und den Wissenschaften gegenüber zeigt er sich aufgeschlossen, lenkt die Geschicke des Herzogtums mit Umsicht. Diese positiven Charakterzüge spiegeln sich noch heute auf dem in Öl gebannten Antlitz seines Porträts wider – erschaffen von Johann Christian von Mannlich, durch ihn in den Wirren der Revolution gerettet und heute in der Gemäldegalerie des Edelhauses in Schwarzenacker zu bewundern. 200 Jahre ist es her, dass dieser begnadete Künstler den Pinsel beiseitelegte und die Augen für immer schloss.

Beide Jubiläen bieten Anlass genug, diesen denkwürdigen Persönlichkeiten des Barock in unserer Region ein Potpourri von Veranstaltungen mit breitgefächerter Themenauswahl im Römermuseum Homburg-Schwarzenacker zu widmen.

Die Kunsthistorikerin Dr. Jutta Schwan vom Kulturmanagement des Saarpfalzkreises und die Kammerzofe Henrietta (Monika Link) präsentieren exklusiv im Römermuseum spannende Vorträge und fesselnde Führungen im Rahmen der Reihe „K&K.

Kunstgeschichte trifft Kammerzofe“. Die Vitrine des Monats „Schaufenster Barock“ setzt in Form ausgewählter Exponate gekonnt ein Ausrufezeichen hinter die Präsentationen.

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