Der FC 08 Homburg hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach dem 6:0 gegen Bahlingen und dem 4:1 in Balingen stehen die Grün-Weißen mit sieben Punkten auf Rang fünf und haben die schwache Startphase in der Regionalliga Südwest hinter sich gelassen. Am Samstag (14 Uhr) soll die Serie im Waldstadion gegen den FC Astoria Walldorf fortgesetzt werden.
„Wir haben uns Woche für Woche gesteigert und wurden mit den letzten zwei klaren Siegen belohnt“, sagte Abwehrspieler Frederik Schumann auf der Pressekonferenz. Nach seinem Treffer in Balingen hat er das Selbstvertrauen im Team wachsen sehen. „Aber Walldorf kommt mit breiter Brust nach ihrem 4:0 gegen Sandhausen. Die werden versuchen, hier auch etwas mitzunehmen.“
Walldorf reist nach dem Derbyerfolg gegen den SV Sandhausen tatsächlich mit reichlich Selbstvertrauen an. Vier Punkte aus vier Spielen stehen bislang zu Buche – an sich keine Bilanz zum Fürchten, aber das 4:0 zuletzt hat gezeigt, dass die Mannschaft jederzeit gefährlich werden kann. „Walldorf ist immer unangenehm“, betonte Trainer Roland Seitz angesprochen auf die Stärken des morgigen Gegners. „Wenn man sie spielen lässt, haben sie gute Jungs, die schöne Lösungen finden. Wir müssen aggressiv dagegenhalten und ihnen die Lust nehmen.“
Die jüngsten Offensiv-Feuerwerke des FCH haben im Umfeld Hoffnungen geweckt, die Liga könnte regelrecht „zerschossen“ werden. Seitz trat solchen Gedankenspielen entschieden entgegen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir jeden Samstag drei, vier oder fünf Tore schießen und hinten fast nichts zulassen. Die Liga ist zu ausgeglichen, dafür gibt es zu viele Überraschungen.“ Stattdessen fordert der Coach: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen – Spiel für Spiel.“
Die Bilanz ist deutlich und spricht für die Grün-Weißen: In 19 Spielen gegen Walldorf gewann Homburg elfmal, nur drei Duelle gingen verloren. Vor allem im Waldstadion sind die Grün-Weißen noch ungeschlagen. Zuletzt feierte der FCH im September 2024 einen 2:0-Heimsieg. Vorsicht ist dennoch geboten – auswärts konnte Homburg seit 2020 nicht mehr in Walldorf gewinnen, und auch in der vergangenen Saison gab es dort ein spätes 1:1.
Personal & Neuzugang Nkansah
Personell ändert sich wenig. Hilal El-Helwe und Michael Heilig fehlen weiterhin langfristig, Miguel Gonçalves bleibt angeschlagen. Neu dabei ist Steffen Nkansah, den Homburg kurz vor Transferschluss verpflichtet hat. Der 29-jährige Innenverteidiger bringt fast 170 Drittliga-Spiele mit und soll die Abwehr stabilisieren. „Steffen ist mit seiner Erfahrung eine wertvolle Verstärkung für unseren Defensivbereich“, so Seitz. Die wird auch benötigt: zeigten die Grün-Weißen offensiv teilweise tollen Fussball, offenbarte die Defensivleistung der Mannschaft immer wieder eklatante Schwächen – darüber sollten auch die beiden hohen Siege nicht hinwegtäuschen.
Nkansah, der bereits in der Vorbereitung mittrainierte und ein Testspiel absolvierte, sieht sich bei den Grün-Weißen gut aufgehoben: „Ich freue mich auf meine Zeit in Homburg. Wir sind eine gute Truppe und haben uns viel vorgenommen, um gemeinsam erfolgreich zu sein.“ Für den FCH ist die Verpflichtung ein klares Signal – neben der starken Offensive will man künftig also auch in der Defensive mehr Stabilität gewinnen. Und in den kommenden Tagen soll der Kader mit neuem Personal zusätzlich ergänzt werden, die Kaderplanungen sind mit dem Nkansah-Transfer noch nicht final abgeschlossen.
Fans und Atmosphäre
Trotz der sportlichen Trendwende bleibt das Umfeld in Homburg noch verhalten. Die Zuschauerzahlen im Waldstadion waren zuletzt überschaubar, die Stimmung angespannt. Die beiden deutlichen Siege gegen Bahlingen und Balingen haben die Lage aber spürbar entspannt und für mehr Zuversicht gesorgt. Auch Trainer Roland Seitz weiß daher um die Bedeutung der Heimspiele: „Wir müssen alles raushauen – und auch die Fans müssen geduldig sein“, mahnte er. „Wir dürfen uns nicht blenden lassen von den letzten Ergebnissen. Fußball ist ein Tagesgeschäft.“ Gleichzeitig hofft Seitz auf neue Impulse von den Rängen: „Es ist schön, wenn wir Fans zurückgewinnen. Wir wollen sie begeistern – das gehört dazu.“
Die Richtung stimmt – zwei klare Siege, zehn Tore und das Gefühl, wieder auf Kurs zu sein. Doch Seitz bleibt vorsichtig: „Wir sind noch nicht komplett, das ist allen klar. Aber wenn wir so weitermachen, werden wir auch weiterhin unsere Chancen bekommen.“ Gegen Walldorf geht es für Homburg darum, den Schwung mitzunehmen und die nächsten drei Punkte einzufahren – mit breiter Brust, aber ohne Übermut.
Anstoß ist am Samstag um 14 Uhr im Homburger Waldstadion. Schiedsrichter ist Mathias Heilig.






















