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In vielen kleinen Betrieben im Saarland ist der Arbeitsalltag eng getaktet, die Belegschaft überschaubar und die Zeit für Schulungen knapp. Gerade dort, wo Fachkräfte dringend gebraucht werden, bleibt Weiterbildung häufig liegen. Mit dem neuen Vorhaben „MentoS“ wollen die Arbeitskammer des Saarlandes und das Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) diese Lücke schließen und ein Modell erproben, das direkt in den Betrieben ansetzt.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die Weiterbildungsbeteiligung in vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) niedrig ist – besonders in Branchen wie Gastronomie, Handel und Handwerk. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Fachkräftemangel, digitale Transformation und neue Qualifikationsprofile. Weiterbildung gilt als entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit dieser Unternehmen, erreicht sie aber bislang oft nicht in ausreichendem Maß.

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Hier setzt MentoS an. Statt auf externe Beratung zu setzen, qualifiziert das Projekt Beschäftigte in den Betrieben zu Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren. Diese sollen Kolleginnen und Kollegen bei allen Fragen rund um Weiterbildung unterstützen: von der Einschätzung, welche Qualifikationen fehlen, über die Suche nach passenden Kursen bis hin zur Beantragung von Fördermitteln. Der Ansatz ist bewusst niedrigschwellig angelegt und baut auf kollegiale Ansprache im vertrauten Umfeld.

Die Initiatoren verbinden damit die Erwartung, Hürden und Unsicherheiten abzubauen, die viele Beschäftigte mit dem Thema Weiterbildung verbinden. Durch den direkten Austausch im Betrieb soll eine nachhaltige Lernkultur entstehen, in der Qualifizierung nicht als zusätzliche Belastung, sondern als selbstverständlicher Teil des Arbeitslebens wahrgenommen wird. Das Vorhaben wird mit rund 800.000 Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

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Organisiert wird MentoS von der Arbeitskammer des Saarlandes, die die Projektkoordination übernimmt und die Qualifizierung der Mentorinnen und Mentoren verantwortet. Das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e. V. begleitet das Projekt wissenschaftlich, erhebt den Bedarf in den Betrieben und evaluiert die Wirksamkeit des Modells. Gemeinsam entwickeln beide Partner branchenspezifische Schulungskonzepte und eine begleitende Online-Plattform, über die Informationen und Angebote gebündelt werden sollen.

Getragen wird das Vorhaben von einem breiten regionalen Netzwerk. Beteiligt sind unter anderem die Handwerkskammer des Saarlandes, die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes, das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie, die Agentur für Arbeit sowie weitere Bildungsträger und Unternehmen. Sie sollen dazu beitragen, die KMU im Saarland gezielt anzusprechen und für das Modell zu gewinnen.

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MentoS ist dabei nicht nur als zeitlich begrenztes Projekt angelegt. Langfristig soll das Modell in das saarlandweite Netzwerk des Weiterbildungsverbundes (WBV) integriert werden. Auf diese Weise soll die im Projekt aufgebaute Struktur zur Stärkung der Weiterbildungskultur in kleinen und mittleren Unternehmen dauerhaft verankert werden.

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