Mit einem deutlichen Votum hat Die Linke im Wahlkreis Saarlouis ihre personelle Aufstellung für die Landtagswahl 2027 entschieden. Am 14. Juni kürten die Mitglieder in der Niedtalhalle in Rehlingen-Siersburg Kerstin Haas mit 84 Prozent der Stimmen zur Spitzenkandidatin. Sie führt damit die Wahlkreisliste in einen Wahlkampf, der maßgeblich von sozialen Fragen geprägt sein dürfte.
Für Haas steht fest, worum es in den kommenden Monaten gehen muss: um die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Saarland. Die Sorgen vieler Menschen rund um die Krankenhauslandschaft und die medizinische Grundversorgung im Wahlkreis Saarlouis bezeichnete sie als Antrieb ihrer politischen Arbeit. Klinikschließungen und ausgedünnte Versorgungsstrukturen seien für die Betroffenen längst keine abstrakte Debatte mehr, sondern eine ganz konkrete Verunsicherung im Alltag.
„Gesundheit und Gleichstellung sind keine netten Add-ons, die man sich in guten Zeiten leisten kann. Sie sind Grundrechte, die wir verteidigen müssen“, erklärte die frischgewählte Spitzenkandidatin nach ihrer Wahl. Niemand dürfe Angst haben müssen, dass die nächste Klinik schließe, die Versorgung schlechter werde oder notwendige Unterstützung wegbreche.
Einen zweiten Schwerpunkt setzt Haas beim Strukturwandel, der die Region wirtschaftlich umkrempelt. Wo Arbeitsplätze unter Druck gerieten und viele Menschen um ihre berufliche Zukunft bangten, brauche es nach ihrer Überzeugung mehr denn je ein tragfähiges soziales Netz. „Soziale Sicherheit, gute Gesundheitsversorgung und Gleichstellung für alle sind die Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt“, betonte sie. Den Sozialstaat versteht sie damit nicht als Kostenfaktor, sondern als Voraussetzung dafür, dass eine Region wie das Saarland Veränderungen überhaupt bewältigen kann.
Ein weiteres Signal setzt die Wahlkreisliste mit ihrer personellen Zusammensetzung. Mehrere Frauen besetzen die vorderen Plätze, was die Partei als bewusste Entscheidung für Feminismus und Gleichstellung verstanden wissen will. Die Linke wolle den Interessen von Frauen eine deutlich hörbare politische Stimme verleihen, hieß es im Anschluss an die Versammlung.
Auf Platz zwei der Liste folgt Marie Maurer, dahinter Jessika Schatt. Es schließen sich Sascha Zöllner, Carolina Delles und Christin Johann an. Mit dieser Aufstellung will die Saarlouiser Linke in den kommenden Monaten für eine stabile Gesundheitsversorgung, mehr soziale Sicherheit, konsequente Gleichstellung und ein solidarisches Saarland werben – Themen, die nach Lesart der Partei im Wahlkreis besonders unter den Nägeln brennen.


















