Der neue, direkt gewählte Abgeordnete für den Bundestagswahlkreis Homburg, Esra Limbacher, verteilte zum Dank Rosen an die Wählerinnen. Bild: Bill Titze

Zwei Wochen ist es mittlerweile her, dass Esra Limbacher von den Bürgern in den Bundestag entsandt wurde. Und das mit einem fulminanten Ergebnis: Rund 35% der Erststimmen erhielt Limbacher im Bundestagswahlkreis Homburg. Nun bedankte er sich in der Homburger Innenstadt bei den Bürgern für das in ihn gesetzte Vertrauen. Und unterstreicht im HOMBURG1-Gespräch, was ihm nun besonders wichtig ist.

Nein, natürlich waren es nicht nur Wählerinnen, die Limbacher am 26. September ihre Stimme gaben. Den Eindruck konnte man aber durchaus bekommen, wenn man die Dankaktion des frisch gewählten Abgeordneten auf dem Christian-Weber-Platz beobachtete. Denn es waren in erster Linie die Damen, die von Limbacher rote Rosen überreicht bekamen und sich in der Mehrzahl sichtlich über die kleine Aufmerksamkeit freuten.

Während der neue Homburger Bundestagsabgeordnete zum Danke sagen also eher traditionelle Formen der Höflichkeit nutzte, sieht er auf Ebene der Bundespolitik die Zeit gekommen, manch Althergebrachtes in Frage zu stellen. „Ich glaube, dass momentan der Wind der Veränderung durch die deutsche Politik weht und das ist ein gutes Zeichen“, findet der 32-Jährige mit Blick auf das Wahlergebnis. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, entscheidende Reformen anzupacken.“

Ob besagter „Wind der Veränderung“ die kommenden Jahren überdauert oder ob ihm doch die Luft ausgeht – das wird sich zeigen. Eines ist jedoch sicher: Für Limbacher persönlich ändert sich gerade ziemlich viel, in relativ kurzer Zeit. War er bisher im höheren Dienst der saarländischen Landesverwaltung tätig, so ist er nun Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Freilich noch ohne eigenes Büro, das erst im November bezogen werden kann, wenn die „alten“ Volksvertreter ausgezogen sind.

Esra Limbacher ist in Berlin angekommen – Bild: Dutka

Aber Büro hin oder her, für Limbacher waren die ersten Tage nach der Wahl etwas ganz „Besonderes“ wie er immer wieder betont. „Eigentlich habe ich erst realisiert, dass ich jetzt Abgeordneter bin, als ich am Montag nach der Wahl nach Berlin gereist bin und dort an der ersten Fraktionssitzung teilgenommen habe“, erzählt der gelernte Jurist. „Besonders war das auch deshalb, weil ich einer von vielen Neuen in der SPD-Fraktion bin und sehr stolz bin, Teil dieser neuen Entwicklung zu sein.“

Dass Limbacher das alles erleben darf, liegt natürlich an den Wählern, die ihm am 26. September ihre Stimme gegeben haben. Und das waren nicht gerade wenige. Sage und schreibe 35% entschieden sich für den SPD-Mann, ein Vorsprung von rund 8% auf den bisherigen CDU-Abgeordneten Markus Uhl sprang dadurch heraus. Ein Ergebnis, mit dem Limbacher offenbar in dieser Deutlichkeit selbst nicht gerechnet hatte. „Am Anfang konnte ich das gar nicht glauben. Es war aber ein sehr bewegender Moment für mich, auch weil wir von manchem am Anfang des Wahlkampfs gesagt bekommen haben, dass wir keine Chance hätten.“

Esra Limbacher und Olaf Scholz in Berlin – Bild: Dutka

Dass es am Ende doch klappte, lag mit Sicherheit auch daran, dass Limbacher ein Thema aufgriff, das viele Menschen in unserer Region bewegt: die Zukunft der Industrie. Dieses möchte er auch in den kommenden vier Jahren in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit stellen. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, dass man bei allen Veränderungen die Industrie und die Arbeitnehmer in der Industrie nicht vergisst.“ Er werde „alles“ dafür tun, dass deren Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben könnten.

Bevor es mit der politischen Arbeit so richtig losgeht, ist aber zunächst einmal Eingewöhnung angesagt. Ganz praktische Fragen kommen da auf den Mann aus Kirkel zu, so zum Beispiel die Wohnungssuche in Berlin. „Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.“ Ohnehin möchte er so viel wie möglich im Wahlkreis präsent sein, wie er betont. „Das ist ja das Entscheidende als Abgeordneter, dass man weiß, was vor Ort vor sich geht.“ Das geht im Zweifel auch in Gesprächen auf dem Christian-Weber-Platz. Davon führte er einige, auch mit den männlichen Wählern. Der eine oder andere bekam dabei sogar ebenfalls eine rote Rose überreicht.

So präsentiert sich Esra Limbacher in seinem offiziellen Video aus Berlin:

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