Archivbild - Les ScaraBées begeisterten ihr Publikum bei "Kultur im Museum" - Bild: Rosemarie Kappler
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Homburg ist eine Stadt voller Geschichte und Charme und steht auch im Jahr 2024 vor kulturellen Herausforderungen.

Achim Müller, Geschäftsführer der Homburger Kulturgesellschaft gemeinnützige GmbH, hat in der letzten Stadtratsitzung den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr vorgelegt und gibt damit Einblicke in die Welt der kulturellen Planung und Finanzierung. Doch bevor wir uns in Zahlen und Pläne vertiefen, lasst uns einen Blick auf die Bedeutung von Kultur in einer Stadt wie Homburg werfen.

Kultur ist nicht nur Unterhaltung; sie ist ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, der das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt, Bildung fördert und wirtschaftliche Impulse setzt. In Städten wie Homburg spielt sie eine noch bedeutendere Rolle, da sie Identität und Stolz schafft und gleichzeitig Besucher anzieht, die die lokale Wirtschaft beleben. Veranstaltungen wie Theateraufführungen im Saalbau, Konzerte, Feste und Märkte sind über das Jahr verteilt nicht nur Highlights im Kalender, sondern auch wichtige Treffpunkte für die Menschen aus unserer Region.

Doch die Kulturarbeit in der Kreisstadt Homburg ist oft ein Balanceakt zwischen kreativen Visionen und finanziellen Zwängen. Die Homburger Kulturgesellschaft, seit 2012 das Herzstück kultureller Aktivitäten in der Stadt, weiß das nur zu gut. Ihr umfassendes Portfolio reicht von der Betreuung der Schlossberghöhlen über die Organisation von Festen und Märkten bis hin zur Durchführung von kulturellen Veranstaltungen. Aber wie jede kreative Unternehmung steht auch sie vor Herausforderungen.

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Die Stadt ist beim Keramikmarkt immer gut besucht – Foto: Friedel Simon

Rückblick auf 2023: Ein Jahr der positiven Trends

Das Jahr 2023 brachte nach den Corona-Einschränkungen endlich wieder einen Hauch von Normalität. Veranstaltungen konnten laut Achim Müller ohne die vorherigen Beschränkungen stattfinden, und die Besucher kehrten langsam zurück. Zwar erreichten die Zuschauerzahlen noch nicht das Niveau von vor der Pandemie, doch der positive Trend war unverkennbar. Besonders erfreulich war die Wiedereinführung von Ticketabonnements für Theatergastspiele und Meisterkonzerte, die zur Stabilisierung der Besucherzahlen beitrugen. Auch die Umstellung der Werbestrategie auf soziale Netzwerke zahlte sich aus, indem sie jüngere Zielgruppen erreichte, die durch traditionelle Medien schwerer anzusprechen sind.

Auf dem Strandfest in Jägersburg – Foto: Friedel Simon

Großveranstaltungen wie das Maifest, das Jägersburger Strandfest oder auch der über Grenzen hinaus beliebte Nikolausmarkt zogen wieder viele Menschen an. Das Klassik Open-Air-Konzert auf dem Christian-Weber-Platz war nahezu ausverkauft, und auch das Rockkonzert fand großen Anklang. Die Einnahmen der Flohmärkte blieben zwar hinter den Erwartungen zurück, zeigten jedoch ebenfalls einen positiven Trend. Ein Highlight des Jahres war das Rekordergebnis der Schlossberghöhlen, das die Bedeutung dieses touristischen Anziehungspunktes unterstrich.

Trotz dieser Erfolge steht die Kulturgesellschaft finanziell unter Druck. Die gestiegenen Personalkosten, verursacht durch höhere Löhne für geringfügig Beschäftigte und die Einstellung einer zusätzlichen Vollzeitkraft, sowie die explodierenden Kosten im Bereich Bühnenbau und -technik und die Energiekosten führen zu einem defizitären Abschluss des Jahres 2023. Dies zeigt, dass Erfolg auf der Bühne nicht immer gleichbedeutend ist mit finanzieller Stabilität hinter den Kulissen.

Das Klassik-Open-Air in Homburg wächst von Jahr zu Jahr und bringt viele Besucher in die Stadt. – Foto: Stephan Bonaventura

Ausblick auf 2024: Kreativität im engen Korsett

Das Jahr 2024 wird für die Homburger Kulturgesellschaft und die Stadt Homburg insgesamt ein Jahr der finanziellen Disziplin. Die prekäre Haushaltslage der Stadt erfordert Einsparungen, insbesondere bei freiwilligen Aufgaben wie der Kulturförderung. Seit 2021 ist der städtische Zuschuss an die Kulturgesellschaft auf 500.000 € eingefroren, und fast die Hälfte dieses Betrages fließt in Kostenerstattungen im Rahmen der Geschäftsbesorgung mit der Stadt. Dies lässt wenig Spielraum für innovative und attraktive Maßnahmen.

Steigende Personalkosten und die Kosten für Technik und Energie belasten das Budget zusätzlich. Der verbleibende Betrag reiche kaum aus, um die Durchführung von Großveranstaltungen und anderen Events in gewohnter Qualität zu gewährleisten. Hier klaffen Finanzierungslücken, die durch Ticketeinnahmen allein nicht geschlossen werden können. Dies betrifft besonders Konzerte und Theatergastspiele, bei denen qualitative Einschnitte eher kontraproduktiv wirken würden.

Doch Aufgeben ist keine Option. Achim Müller und das Team von Christoph Neumann, seit Ende 2023 Amtsleiter für Kultur und Tourismus, setzen auf ein originelles, massenkompatibles Programm, das durch eine variantenreiche Werbestrategie unterstützt werden soll. Sie wollen Homburg weiterhin als kulturelles Zentrum positionieren, das durch Kreativität und Qualität besticht. Dies erfordert jedoch ein hohes Maß an Einfallsreichtum und Flexibilität, insbesondere angesichts der begrenzten Veranstaltungsorte. Der Saalbau bleibt der zentrale Veranstaltungsort, doch weitere geeignete Locations sind Mangelware. Dies engt die Planungsmöglichkeiten ein und macht die Organisation zu einer besonderen Herausforderung.

Die Bedeutung der Kultur für Homburg

Warum ist es so wichtig, dass Homburg ein reichhaltiges Kulturprogramm hat? Nun, Kultur fördert nicht nur das Gemeinschaftsgefühl und die Lebensqualität, sondern hat auch handfeste wirtschaftliche Vorteile. Veranstaltungen ziehen Besucher an, die in Hotels übernachten, in Restaurants essen und in Geschäften einkaufen. Sie schaffen Arbeitsplätze und stärken das lokale Gewerbe. Zudem bietet Kultur Bildung und Inspiration, eröffnet neue Perspektiven und fördert die Kreativität der Menschen vor Ort.

In einer Kreisstadt wie Homburg kann Kultur das Stadtbild prägen und das Image nach außen positiv beeinflussen. Sie bietet Gelegenheiten zur Teilhabe und zur Begegnung, schafft Erinnerungen und stärkt die Identität. Veranstaltungen wie das Maifest oder der Nikolausmarkt sind feste Größen im Jahreskalender, die Generationen zusammenbringen und das soziale Miteinander fördern.

Doch um diese Vorteile zu realisieren, bedarf es einer kontinuierlichen Anstrengung und kreativen Ideen, um die finanziellen Hürden zu überwinden. Die Homburger Kulturgesellschaft hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie in der Lage ist, trotz begrenzter Mittel ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen. Mit einem klaren Fokus auf Qualität und einer effektiven Werbestrategie hoffen sie, auch im Jahr 2024 das kulturelle Leben in Homburg lebendig und vielfältig zu gestalten.

Maifest in Homburg – Foto: Stephan Bonaventura
Maifest in Homburg – Foto: Stephan Bonaventura

Kreative Lösungen für finanzielle Herausforderungen

Die finanziellen Herausforderungen der Kulturgesellschaft sind nicht einzigartig. Viele ähnliche Organisationen in vergleichbaren Städten stehen vor denselben Problemen: steigende Kosten, begrenzte öffentliche Zuschüsse und der Druck, dennoch ein attraktives Programm zu bieten. Doch gerade diese Herausforderungen können auch eine Chance sein, kreative Lösungen zu finden und neue Wege zu beschreiten.

Eine Möglichkeit, die Homburger Kulturgesellschaft finanziell zu entlasten, wäre beispielsweise die verstärkte Einbindung von Sponsoren aus der Privatwirtschaft. Unternehmen könnten als Partner auftreten und im Gegenzug Sichtbarkeit und Anerkennung erhalten. Auch Crowdfunding und Spendenaktionen könnten eine Rolle spielen, um gezielt Projekte zu finanzieren.

Ein weiterer Ansatz wäre z.B. die verstärkte Nutzung digitaler Formate. Online-Events, Livestreams und virtuelle Führungen könnten nicht nur zusätzliche Einnahmequellen erschließen, sondern bestimmt auch eine breitere Zielgruppe ansprechen. Solche Formate haben während der Pandemie an Bedeutung gewonnen und könnten auch in Zukunft eine wichtige Ergänzung zum klassischen Veranstaltungsprogramm darstellen. Wichtig wäre es jedenfalls insgesamt, Angebote – egal ob offline oder online – für alle Altersgruppen gleichermaßen zu schaffen und gerade die Präsenz Online weiter zu schärfen und auszubauen.

Betriebskostenzuschuss der Stadt Homburg

Inmitten der Herausforderungen und kreativen Lösungen gibt es aber auch einen Lichtblick, der das kulturelle Leben in Homburg weiterhin ermöglicht: der Betriebskostenzuschuss der Stadt Homburg.

Die Stadt Homburg hat im Haushalt 2024 Mittel in Höhe von 500.000 € als Betriebskostenzuschuss für die Homburger Kulturgesellschaft gGmbH bereitgestellt. Diese Summe ist auf dem Produkt 25010100 (Verwaltungsangelegenheiten Kultur) und dem Konto 531605 (Aufw. für Zuschuss Homb.Kult.Gesell.) veranschlagt und stellt sicher, dass die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen des kommenden Jahres – von Konzerten über Theatervorstellungen bis hin zu Märkten und Messen – finanziell abgesichert sind.

Die Erträge, die im Wirtschaftsplan 2024 der Kulturgesellschaft vorgesehen sind, reichen allein nicht aus, um alle geplanten Aufwendungen zu decken. Dies unterstreicht die Notwendigkeit des städtischen Zuschusses, ohne den viele kulturelle Highlights des Jahres 2024 nicht realisierbar wären. Die Homburger Kulturgesellschaft ist somit auf diese finanzielle Unterstützung angewiesen, um weiterhin ein abwechslungsreiches und qualitativ hochwertiges Programm bieten zu können.

Der Betriebskostenzuschuss wird in zwei Raten ausgezahlt: Die erste Rate in Höhe von 250.000 € erfolgt am 1. Juli 2024. Die zweite Rate, die ebenfalls bis zu 250.000 € betragen kann, wird entweder am 1. Dezember 2024 oder nach Abschluss des Wirtschaftsjahres ausbezahlt, sobald der endgültige Bedarf ermittelt wurde. Diese strukturierte Auszahlung gewährleistet, dass die Kulturgesellschaft ihre finanziellen Verpflichtungen im Laufe des Jahres erfüllen kann, während gleichzeitig ein gewisses Maß an Flexibilität erhalten bleibt, um auf unvorhergesehene Ausgaben zu reagieren.

Fazit: Kultur als Herzschlag einer Stadt

Kultur ist mehr als nur ein Freizeitangebot – sie ist der Herzschlag einer Stadt, auch unsrere Stadt Homburg – manchmal richtig stark pulsierend, manchmal dezent, aber stets präsent. Sie bringt Menschen zusammen, schafft Erlebnisse und bringt Freude für Jung und Alt. In einer Stadt wie Homburg ist sie von unschätzbarem Wert, um Identität und Zusammenhalt zu fördern. Die Homburger Kulturgesellschaft steht mal wieder vor der Herausforderung, mit knappen Mitteln ein attraktives und vielfältiges Programm zu gestalten. Doch mit Kreativität, Engagement und einer klugen Strategie können sie auch 2024 die kulturelle Landschaft Homburgs bereichern und ihr Publikum begeistern. Wir freuen uns schon auf die nächsten Monate.

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