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Sechs junge Forscherinnen und Forscher aus dem Saarland haben sich beim Landeswettbewerb Jugend forscht für das 61. Bundesfinale qualifiziert. Im Lokschuppen in Dillingen an der Saar nahmen sie am Dienstag ihre Auszeichnungen entgegen – in Anwesenheit von Jessica Heide, Staatssekretärin für Bildung und Kultur. Insgesamt hatten 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer 21 Projekte aus dem MINT-Bereich präsentiert. Ausgerichtet wurde der Wettbewerb gemeinsam von der 3 Plus Solutions GmbH & Co. KG, der IHK Saarland und der Kolping Bildung Deutschland gGmbH.

Den Landessieg im Fachgebiet Chemie holte sich Alina Gemeinhardt vom Robert-Schuman-Gymnasium in Saarlouis. Die 17-Jährige widmete sich einer Frage, die weit über das Schulchemielabor hinausreicht: Wie lässt sich Vanillin nachhaltig herstellen, wenn das natürliche Gewürz nur begrenzt verfügbar ist und der Großteil der weltweiten Produktion auf synthetischem Weg erfolgt? Gemeinhardt nahm dafür Lignin in den Fokus, einen Hauptbestandteil von Holz, der als Nebenprodukt der Papierindustrie in großen Mengen anfällt. Sie begleitete den gesamten Prozess von der Ligningewinnung bis zur Vanillin-Synthese und konnte zeigen, dass dieser Weg aus nachwachsenden Rohstoffen prinzipiell gangbar ist.

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Mit einer ganz anderen Herausforderung beschäftigte sich Lara Scherer vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lebach. Die 16-Jährige untersuchte die Verbreitung der Nutria – eines ursprünglich aus Südamerika stammenden Nagetiers, das als invasive Art in Deutschland erhebliche Schäden anrichtet. Anhand von Wasserproben aus Weihern in ihrer Heimatregion erforschte sie den Bestand der auch als Sumpfbiber bekannten Tiere. Dabei gelang es ihr, über ein sogenanntes Citizen-Science-Projekt eine breite Datenbasis aufzubauen. Die Jury zeichnete sie dafür als Landessiegerin im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften aus.

Gleich zwei Landessiege gingen an das Fachgebiet Mathematik und Informatik. Luca Kuballa und Constantin Hubertus, beide 15 Jahre alt und Schüler der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle, entwickelten ein Verfahren, das digitale Bilder vor unerwünschter Weiterverarbeitung durch künstliche Intelligenz schützt. Ihr Ansatz verändert die Bilddaten so subtil, dass das menschliche Auge keinen Unterschied erkennt – KI-gestützte Bildbearbeitungssysteme jedoch fehlerhafte oder unbrauchbare Ergebnisse produzieren. Den zweiten Sieg in dieser Kategorie errang Kiru Speicher, 18 Jahre alt und Schüler am Gymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken. Speicher ging der Frage nach, ob sich biologische Neuronenmodelle unterschiedlicher Komplexität mit vergleichsweise einfachen künstlichen neuronalen Netzwerken simulieren lassen. Dafür trainierte er drei verschiedene Modelle, wertete deren Vorhersagegenauigkeit aus und prüfte zusätzlich, wie stark sich die Netzwerke vereinfachen lassen, ohne dass die Qualität der Vorhersagen wesentlich leidet.

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Im Fachgebiet Technik überzeugte Ali Suleman vom Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen. Der 17-Jährige konstruierte ein kompaktes Kühlsystem für Sitze in Kleinst-Elektrofahrzeugen, die für herkömmliche Klimaanlagen schlicht keinen Platz bieten. Sein Ansatz nutzt superelastisches Nickel-Titan, ein Material, das sich unter mechanischer Belastung erwärmt und beim Entlasten wieder abkühlt. Diesen Effekt machte sich Suleman zunutze, um die Erwärmung der Fahrzeugsitze gezielt zu reduzieren – eine elegante Lösung für ein sehr konkretes Problem der Elektromobilität.

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Das Bundesfinale von Jugend forscht findet vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsam richten es die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen aus. Für die sechs saarländischen Talente beginnt damit die nächste Etappe – der Wettbewerb mit den besten Nachwuchsforschenden aus ganz Deutschland.

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