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Jedes vierte Tech-Startup in Deutschland erwägt, dem Land den Rücken zu kehren – weil das nötige Kapital fehlt. Das geht aus einer aktuellen Befragung von Bitkom Research unter 133 Technologie-Gründungen hervor, die der Digitalverband Bitkom am 10. März 2026 in Berlin vorgestellt hat. Die Zahlen zeichnen ein ernüchterndes Bild: Nur 17 Prozent der befragten Unternehmen halten das Venture-Capital-Angebot hierzulande für ausreichend.

Dabei ist der Kapitalhunger groß. Knapp die Hälfte der Startups – 48 Prozent – plant, in diesem Jahr frisches Geld einzusammeln, im Durchschnitt rund vier Millionen Euro. Zwei Drittel derjenigen, die eine Finanzierungsrunde anstreben, zeigen sich zuversichtlich, dass ihnen das auch gelingt. 13 Prozent sind dagegen skeptisch, fast ein Viertel kann oder will die eigenen Chancen nicht einschätzen. Die Kluft zwischen Kapitalbedarf und tatsächlichem Angebot bleibt damit ein strukturelles Problem der deutschen Gründerszene.

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Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst warnte eindringlich vor den Folgen einer Abwanderung: „Mit jedem Startup, das Deutschland verlässt, verlieren wir Arbeitsplätze und Wertschöpfung, aber vor allem auch innovative Ideen und Lösungen.“ Er forderte eine Stärkung der WIN-Initiative, die Wachstums- und Innovationskapital mobilisieren soll, sowie gezielte Anreize für institutionelle Investoren, sich stärker im Venture-Capital-Bereich zu engagieren. Darüber hinaus plädierte Wintergerst für eine Reform der privaten Altersvorsorge, die Versicherte am Erfolg junger Unternehmen beteiligen und zugleich den Kapitalmarkt insgesamt kräftigen könnte.

Bei der Frage, woher das Geld idealerweise kommen soll, setzen Gründerinnen und Gründer klar auf Nähe. Drei Viertel würden ihren Kapitalbedarf bevorzugt bei deutschen Investoren decken, für weitere 22 Prozent kommen sie zumindest infrage. Investoren aus anderen EU-Staaten liegen mit 52 Prozent Präferenz auf dem zweiten Rang, gefolgt von Geldgebern aus den USA – die allerdings nur noch 13 Prozent der Startups ausdrücklich bevorzugen. Für 59 Prozent kommen US-Investoren immerhin grundsätzlich infrage, doch fast ein Viertel schließt sie kategorisch aus. Chinesisches Kapital spielt praktisch keine Rolle: Lediglich ein Prozent der Befragten präferiert Investoren aus China, zwei Drittel lehnen sie vollständig ab.

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Auch der Blick auf einen möglichen Börsengang offenbart eine gewisse Zerrissenheit. 43 Prozent der Startups können sich vorstellen, an einer deutschen Börse an den Markt zu gehen. Fast gleichauf liegt mit 40 Prozent die Option eines Börsengangs im Ausland. Die Zahlen deuten darauf hin, dass der heimische Kapitalmarkt zwar nicht abgeschrieben ist, aber auch kein klarer Magnet mehr für junge Technologieunternehmen.

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Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Befragung, die Bitkom Research zwischen der dritten und sechsten Kalenderwoche 2026 durchgeführt hat. Sie verdeutlichen, wie dringend die politische Debatte um bessere Finanzierungsbedingungen für Startups geführt werden muss. Denn die Bereitschaft, Deutschland zu verlassen, ist längst kein abstraktes Gedankenspiel mehr – sie ist für ein Viertel der befragten Gründungen eine konkrete Überlegung, die über Standortentscheidungen und damit über die Innovationskraft des Landes mitentscheidet.

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