Symbolbild
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Jeder entsiegelte Quadratmeter zählt – mit diesem Grundgedanken bringt die Stadt Blieskastel ein eigenes Förderprogramm auf den Weg, das Bürgerinnen und Bürgern finanzielle Unterstützung bietet, wenn sie versiegelte Flächen auf ihren Grundstücken aufbrechen und dem Regenwasser wieder einen natürlichen Weg in den Boden ermöglichen. Der Ausschuss für Umwelt, Planung und Bauen hat die Teilnahme an der landesweiten „Aktion Wasserzeichen“ am 16. März 2026 beschlossen.

Das Problem ist vielerorts sichtbar: Asphaltierte Höfe, betonierte Stellplätze und vollständig gepflasterte Zufahrten lassen Niederschlag nicht versickern. Das Wasser strömt stattdessen in die Kanalisation, belastet dort die Entwässerungssysteme und kann bei Starkregen zu lokalen Überflutungen führen. Gleichzeitig trocknen die Böden darunter aus, weil ihnen genau jene Feuchtigkeit fehlt, die in immer häufigeren Trockenperioden dringend gebraucht wird. Ein Kreislauf, den die saarlandweite Initiative durchbrechen will.

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Die „Aktion Wasserzeichen“ richtet sich direkt an Privatpersonen und setzt auf deren Eigeninitiative. Wer Beton oder Asphalt entfernt und stattdessen Versickerungsmulden anlegt, wasserdurchlässiges Pflaster verlegt, Grünflächen schafft oder eine Zisterne installiert, kann über das städtische Förderprogramm einen Zuschuss beantragen. Auch die Begrünung von Dächern fällt unter die förderfähigen Maßnahmen. „Jeder Quadratmeter entsiegelte Fläche hilft, Regenwasser dort zu halten, wo es fällt“, betonen die Initiatoren der Aktion.

Der ökologische Nutzen geht dabei weit über den reinen Hochwasserschutz hinaus. Wo vorher Beton lag, entstehen neue Grünflächen, die das Mikroklima in Wohngebieten verbessern und Lebensräume für Pflanzen und Insekten schaffen. Gerade in dicht bebauten Bereichen kann das einen spürbaren Unterschied machen – kühlere Temperaturen im Sommer, weniger aufgeheizte Oberflächen und ein insgesamt angenehmeres Wohnumfeld.

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Die genauen Voraussetzungen und Bedingungen für eine Förderung hat die Stadt in einer eigenen Richtlinie zur Gewährung von Zuschüssen festgelegt. Interessierte finden das Dokument samt Antragsformular auf der Webseite der Stadtverwaltung unter www.blieskastel.de im Bereich der aktuellen Meldungen. Wer das Formular lieber per E-Mail erhalten möchte, kann sich direkt an den Eigenbetrieb Abwasserwerk wenden – erreichbar unter der Adresse abwasserwerk@blieskastel.de oder telefonisch unter 06842/926-1250. Die Anlaufstelle sitzt in der Zweibrücker Straße 1 in Blieskastel.

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Mit dem Förderprogramm reiht sich die Barockstadt in eine wachsende Zahl saarländischer Kommunen ein, die den Umgang mit Regenwasser neu denken wollen. Statt Niederschlag möglichst schnell abzuleiten, soll er künftig dort bleiben, wo er fällt – als Ressource für den Boden und als Entlastung für ein Kanalnetz, das bei Extremwetterereignissen zunehmend an seine Grenzen stößt.

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