Bei der offiziellen Inbetriebnahme der vertikalen Kleinwindanlage. - Bild: Sandra Brettar

Das ist bislang im Saarland einzigartig: Ein ca. neun Meter hohes vertikales Windrad dreht sich munter auf dem Gelände der Geschwister-Scholl-Schule in Blieskastel. Seit Mitte Juni versorgt die vertikale Kleinwindanlage die Gemeinschaftsschule mit erneuerbarer Energie.

Es ist ein innovatives Projekt, das zur Freude von Schulleiter Sascha Matheis aus der Schulgemeinschaft heraus entstanden ist und jüngst offiziell seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Dabei informierten sich Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, Landrat Dr. Theophil Gallo, Umweltstaatsekretär Sebastian Thul und Blieskastels Bürgermeister Bernd Hertzler aus erster Hand über Entstehung, Realisierung und Funktionsweise der Anlage.

Dass die Geschwister-Scholl-Schule hier ein Leuchtturmprojekt vorweisen kann, kommt nicht von ungefähr. Die Gemeinschaftsschule, die sich wachsendem Zuspruch erfreut, ist bereits in der Vergangenheit bei regionalen wie auch bundesweiten Wettbewerben erfolgreich gewesen. So gewann sie 2017 den „Energiesparmeister“ für das Saarland und 2018 zählte sie zu den Siegerschulen des Deutschen Klimapreises. Das gewonnene Preisgeld über 10000 Euro, zweckgebunden an eine Reinvestition in Klima- und Umweltprojekte, floss somit in die Kleinwindanlage.

Die Idee hierzu stammte von Didaktikleiter Mathias Glahn, der im Wahlpflichtfach „Technik und Klima (TuK)“ ab der 7. Klassenstufe unterrichtet und dem es ein besonderes Anliegen ist, seine Schützlinge für Klima- und Umweltthemen zu begeistern. So konnte er viele Schülerinnen und Schüler motivieren, ihn bei der Umsetzung des Projektes zu unterstützen und ihnen gleichzeitig Wissenswertes über Strombedarf und alternative Energiequellen im Allgemeinen sowie Windkraft und Anlagenbau im Speziellen vermitteln.
„Wenngleich sie im Wirkungsgrad schwächer als eine horizontale Anlage ist, haben wir uns für eine vertikale entschieden, da ihre Vorteile überwiegen. Zu nennen sind beispielsweise einfache Wartung, Städtetauglichkeit, besserer Artenschutz, hohe Drehzahlen, Geräuscharmut und fehlende Windnachführung“, erklärte Mathias Glahn. 
Nach drei Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Vorhaben Kleinwindanlage – Anbietersuche, Kostenkalkulation, Standortsuche, Bauantrag, Aufbau und Installation – ist die Schulgemeinschaft nun sehr stolz auf ihre hauseigene Spitzentechnologie zur Energiegewinnung. Die Einspeiseleistung beträgt maximal 2000 Watt.

Landrat Dr. Theophil Gallo zeigte sich beeindruckt: „Wir leben und profitieren vom Ideenreichtum gerade auch unserer Jugendlichen hier im Biosphärenreservat Bliesgau. Das sieht man ganz deutlich nicht zuletzt an Projekten wie diesen. Die Auseinandersetzung auch mit Themen wie Windkraft, die vielfach strittig diskutiert werden, bringt uns in der sachlichen Auseinandersetzung mit ihnen lösungsorientiert voran. Solche konstruktiven Konfliktlösungen brauchen wir in und für unsere Gesellschaft. Das Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte hier an der Geschwister-Scholl-Schule für diese Kleinwindanlage ist bemerkenswert und ebenso beispielhaft.“

Ganz pragmatisch musste an die Finanzierung des Projektes gedacht werden. „Da das Preisgeld nicht ausreichend war, gingen wir auf die Suche nach Sponsoren und unterstützenden Institutionen. Die haben wir auch gefunden und ihnen gilt heute mein herzlicher Dank im Namen aller Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte. Viele Menschen haben auf unterschiedliche Weise zur Realisierung dieses Projektes beigetragen – wir sind stolz auf diese Zusammenarbeit“, betonte der Schulleiter.

Zur Fördergemeinschaft zählt auch das Immobilienmanagement des Saarpfalz-Kreises, das sich um die Fundamentlegung und Elektroinstallationen gekümmert hatte. Alle Sponsorinnen und Sponsoren sind auf einer eigens angefertigten Projekttafel genannt, die zwischen Schuleingang und Kleinwindanlage und damit gut sichtbar aufgestellt wurde.

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