Der Waldbrand in Illingen hat im Saarland eine politische Debatte über den Umgang mit trockenen Sommern und brennenden Wäldern angestoßen. Bündnis 90/Die Grünen im Saarland verlangen nun ein umfassendes Maßnahmenpaket, das die heimischen Wälder gezielt gegen die Folgen der Erderhitzung wappnet. Für die Landesvorsitzende Jeanne Dillschneider sind die jüngsten Brände ein deutliches Warnsignal, das nicht folgenlos bleiben dürfe.
Zunächst richtete die Bundestagsabgeordnete ihren Dank an all jene, die gegen die Flammen ankämpften. „Unser Dank gilt den Einsatzkräften und dem Innenministerium für ihren Kampf gegen das Feuer“, erklärte Dillschneider. Sie lobte, dass der Innenminister rasch vor Ort gewesen sei und die Hubschrauber aus Hessen und Bayern zügig hätten angefordert werden können.
Doch bei der Anerkennung bleibt es nicht. Dillschneider verband ihre Worte mit scharfer Kritik an der Bundespolitik. Trotz brennender Wälder und einer steigenden Zahl an Hitzetoten nehme der Bundeskanzler den Klimaschutz noch immer nicht ernst, so ihr Vorwurf. Umso mehr sei nun das Land gefordert, alles Politische zu unternehmen, um die Klimakrise auszubremsen und einheitliche Anpassungskonzepte in den Kommunen zu verankern.
Im Zentrum ihrer Forderungen steht das Wasser. Statt es möglichst schnell aus der Landschaft abzuleiten, müsse es künftig stärker in den Wäldern gehalten werden. Wo es ökologisch sinnvoll sei, sollten Entwässerungsgräben zurückgebaut, Moore und Feuchtgebiete geschützt und Böden so bewirtschaftet werden, dass sie Feuchtigkeit aufnehmen können. Parallel dazu will Dillschneider den Umbau hin zu vielfältigen, naturnahen Mischwäldern beschleunigen. Ein gesunder, feuchter Wald sei aus ihrer Sicht der beste vorbeugende Schutz gegen Brände.
Neben der Forstwirtschaft rückt die Grünen-Politikerin auch den Katastrophenschutz in den Blick. Sie fordert eine moderne Ausstattung der Feuerwehr mit Technik zur Früherkennung und eine stärkere Ausrichtung der Strukturen auf mögliche Waldbrände. „Die Kombination aus extremer Hitzebelastung und langen Einsatzzeiten stellt Einsatzkräfte bei Waldbränden vor besondere körperliche Herausforderungen“, betonte sie.
Auch der Bund steht für Dillschneider in der Verantwortung. Über die Katastrophenhilfe könne dieser eigene Ressourcen in die Bewältigung solcher Ereignisse einbringen. Der Einsatz in Illingen habe gezeigt, dass die bestehenden Strukturen bereits gut funktionierten. Eine nationale Feuermanagementstrategie, die Prävention und Einsatzvorbereitung einschließe, könnte Länder wie das Saarland ihrer Ansicht nach künftig noch wirksamer unterstützen.


















