Symbolbild

Im Saarland wächst der Frust über die wirtschaftliche Entwicklung. Nach neuen Zahlen des Ifo-Instituts ist die Wirtschaftsleistung des Landes im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent zurückgegangen – schlechter steht kein anderes Bundesland da. Für die FDP Saar ist das ein deutliches Warnsignal und zugleich eine Bestätigung ihrer Kritik an der aktuellen Landespolitik.

Die Landesvorsitzende der FDP Saar, Angelika Hießerich-Peter, findet dafür klare Worte. „Wieder rote Laterne – das ist ein Armutszeugnis“, erklärte sie mit Blick auf die jüngste Ifo-Auswertung. Während andere Bundesländer ihre Wirtschaftsstrukturen breiter aufstellten und vor allem im Dienstleistungssektor zulegten, halte das Saarland zu stark an einer klassischen Industriepolitik fest. Aus Sicht der Liberalen fehlt eine moderne Ausrichtung, die den laufenden Strukturwandel aktiv gestaltet.

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Das Ifo-Institut bestätige damit, was die FDP Saar nach eigener Darstellung seit Langem kritisiere: Der Umbau der Wirtschaft werde im Saarland eher verwaltet als gestaltet. Hießerich-Peter verweist in diesem Zusammenhang auf gescheiterte Großprojekte wie die geplante Batteriefabrik in Überherrn oder die Chip-Produktion in Ensdorf. Beide Vorhaben waren politisch als Leuchtturmprojekte angekündigt worden, kamen jedoch nicht wie geplant zustande. Zurück blieben nach Ansicht der FDP verlorene Zeit und verpasste Chancen für neue Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

Ein Blick in andere Bundesländer zeige nach Einschätzung der Partei, dass Wachstum vor allem dort entstehe, wo wissens- und dienstleistungsbasierte Branchen gezielt gefördert würden. „Dienstleistungen sind heute hochgradig IT-gestützt. Genau hier liegt ein zentraler Standortvorteil des Saarlandes: unsere starke Informatik- und Forschungslandschaft“, betont Hießerich-Peter. Aus Sicht der Liberalen wird dieses Potenzial bislang nicht ausreichend genutzt.

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Als Konsequenz fordert die FDP Saar einen klaren Strategiewechsel. Im Mittelpunkt steht der Vorschlag, das Land zu einer Software- und KI-Region Saar (SKI-Region) zu entwickeln. Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen sollen systematisch vernetzt werden, um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Datenkompetenz und moderner Software voranzubringen. Eine zentrale Supportstruktur soll dabei helfen, Technologietransfer zu beschleunigen, Betriebe – vom Mittelstand bis zur Industrie – zu unterstützen und den Zugang zu Förderprogrammen sowie internationalen Projekten zu erleichtern.

„Unser Anspruch muss sein, dass Unternehmen im Saarland bundesweit führend beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Produktion, Dienstleistungen und marktfähigen Produkten werden“, so Hießerich-Peter abschließend. „Das Potenzial ist vorhanden – jetzt braucht es den politischen Willen, Wirtschaft und Wissenschaft enger zu verzahnen und Innovation konsequent in Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Saarland zu übersetzen.“