„Die Situation im Saarland ist nicht vergleichbar mit der in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Schleswig-Holstein. Wir haben hier im Saarland in der Fleischverarbeitung mittelständische Betriebe, viele Familienbetriebe, keine großen Schlachthöfe. Der überwiegende Teil der Arbeiter lebt im Familienverbund“, so Sebastian Thul, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, zur saarländischen Gesamtsituation der Arbeitnehmer in der fleischverarbeitenden Industrie.

Vor dem Hintergrund der Corona-Bedrohung schaut sich aktuell das für den Arbeitsschutz zuständige Ministerium gemeinsam mit den Vollzugsbehörden, dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) und dem Landesamt für Verbraucherschutz (LAV), die Hygiene-Situation vor Ort genau an.

„Im Rahmen der Schwerpunktkontrollen, die bereits begonnen haben, nehmen wir Betriebe aus allen Bereichen, die auf Leiharbeiter und Saisonkräfte zurückgreifen, unter die Lupe, das betrifft nicht nur die Fleischverarbeitung, sondern auch die Landwirtschaft und das Baugewerbe“, so Staatssekretär Thul. „Ein besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die Produktions- bzw. Erntebedingungen, auf die Situation in Sammelunterkünften und den Personentransfer zwischen Unterkunft und Arbeitsort.“ Um bei den Kontrollen eine einheitliche Vorgehensweise und Auswertung zu gewährleisten, hat das LUA eine standardisierte Checkliste „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards“ erarbeitet.

„Was die Unterbringung der Arbeitskräfte betrifft, ist unsere Datenlage leider noch nicht ausreichend. Das hängt mit unterschiedlichen Zuständigkeiten zusammen und damit, dass Leiharbeiter häufig über verschiedene Leiharbeitsfirmen beschäftigt und untergebracht werden“, stellt Thul fest. Das LUA kontrolliere zwar die Betriebsstätten, auch die Schlafstätten auf Betriebsgelände. Das Amt habe aber keinen Zugriff auf die private Unterbringung außerhalb des Betriebs.

„Hier benötigen wir die Unterstützung vor allem der Landkreise und der für den Infektionsschutz zuständigen Gesundheitsämter. Der Vorsitzende des Landkreistages, Landrat Patrik Lauer, hat bereits seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit angekündigt“, so der Staatssekretär. „Um Datenlage und -austausch zu verbessern, wollen wir einen Runden Tisch ins Leben rufen mit Akteuren aus dem LUA, dem LAV, Gesundheitsministerium, der Gesundheitsämter, Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften und Kammern.“

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