Archivbild: Der Homburger Flohmarkt hat sich mit den Jahren zum größten im südwestdeutschen Raum entwickelt. Die Menschen kommen aus nah und fern. - Bild: Stephan Bonaventura

Kulturell ist gerade nicht viel los – auch in Homburg werden derzeit pandemiebedingt viele Veranstaltungen abgesagt. Normalerweise würde bald das Maifest über die Bühne gehen und auch der Musiksommer auf dem Marktplatz stünde in den Startlöchern. Wenn das alles nicht klappt, könnte man ja zumindest das nicht genutzte Geld des städtischen Kulturetats für die kommenden Jahre ansparen, möchte man vielleicht meinen. Doch weit gefehlt.

Nein, finanziell ist die Stadt Homburg wahrlich nicht auf Rosen gebettet. Das zeigt nicht zuletzt die Diskussion über die hiesigen Jugendzentren, deren Zuschüsse in Zukunft deutlich zurückgefahren werden könnten. Was für die Sozialarbeit gilt, betrifft natürlich auch das kulturelle Leben der Stadt.

Der Zuschuss der Stadt an den Etat des Kulturamtes sinkt – und das Jahr für Jahr ein Stück mehr. Das liegt ähnlich wie bei den Jugendzentren daran, dass Kulturausgaben als freiwillige Ausgaben definiert sind. Im Sinne der Kommunalaufsicht müssen gerade solche Ausgaben zurückgefahren werden, um die Pflichtaufgaben problemlos bewältigen zu können. Da könnte man im Kulturamt vielleicht auf den Gedanken kommen, das dieses Jahr nicht genutzte Geld für die Zukunft aufzusparen – schließlich fallen Künstlergagen und andere Ausgaben für Veranstaltungen momentan weitgehend weg.

Doch das ist zu kurz gedacht, wie eine Anfrage beim Kommissarischen Leiter des städtischen Kulturamtes, Achim Müller, zeigt. Schließlich fehlen auch die Einnahmen, die durch eben jene Veranstaltungen generiert werden. Was bei einzelnen Konzerten und Theatern vielleicht nicht ganz so extrem ins Gewicht fällt, ist bei dauerhaft betriebenen Angeboten ein echter Nackenschlag.

So ist der Flohmarkt die Haupteinnahmequelle des Kulturamtes. Und dieser fällt bekanntlich seit letztem Jahr komplett flach. „Da gehen Einnahmen in sechsstelliger Höhe verloren“, erklärt Müller. Ein weiteres wichtiges Standbein der Kultur-Finanzen, die Schlossberghöhlen, sind ebenfalls stark durch die Pandemie betroffen. „Die Eintrittsgelder hier sind durch Corona stark rückläufig.“

In den Homburger Schlossberg-Höhlen – Bild: Stephan

Die Einnahmeausfälle aus Flohmarkt und Schlossberghöhlen deckten sich letztlich mit den Kosteneinsparungen, die aufgrund von Veranstaltungsabsagen erzielen werden könnten, teilt der Kommissarische Kulturamtsleiter mit. Da natürlich auch die Personalkosten weiter bestehen, ist an ein mögliches Sparen für die Zukunft somit nicht zu denken. „Rücklagen für das kommende Jahr sind nicht möglich“, so das bittere Fazit von Müller.

 

 

 

 

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