Foto: Bill Titze

Das gibt es wohl nicht allzu oft: eine Ausstellung, die gerade erst feierlich eröffnet wurde, muss schon wieder ihre Pforten schließen. Grund dafür ist, natürlich, der Coronavirus. Wie der PopRat Saarland und das Kulturamt der Stadt Homburg bekanntgab, ist die Ausstellung „Phantastische Welten“ in den Schlossberghöhlen, die letzte Woche mit einer Vernissage begonnen hatte, bis auf Weiteres verschoben. Dies gilt genauso für alle weiteren Ausstellungen des „Pictures of Pop“-Festivals, die der PopRat Saarland ausrichtet.

Als „bunt, schrill und vor allem extrem kreativ“ hatte der PopRat-Vorsitzende Peter Meyer bei seiner Eröffnungsansprache die Ausstellung bezeichnet, die in dieser Form zum zweiten Mal im Saarland zu sehen sein soll. Dem kann eigentlich nur beigepflichtet werden, denn die 30 Fotos, die in den Schlossberghöhlen präsentiert wurden, bestachen durch die detailgetreuen Kostüme der Fotografierten und ihre Einbettung in atmosphärisch reizvoller Umgebung. Da gab es Krieger in verwunschenen Wäldern genauso zu sehen, wie Feen in Wasserlandschaften. So spiegelte die Auswahl durchaus die Bandbreite der Phantastik – von Hexen, Wikingern, Rittern bis hin zu Star Wars-Kriegern.

Ausgewählt hatte die Bilder eine vierköpfige Jury, bei der auch Peter Meyer mit dabei war, wie er im Gespräch mit uns erzählte. „Es wurde natürlich sehr stark darauf geachtet, dass die Ausstattung der Personen historisch korrekt ist. Außerdem war uns auch wichtig, die Vielseitigkeit der Phantastik darzustellen.“ Diese sei im Saarland besonders gut aufgestellt und international sehr breit vernetzt. So kamen die Bilder nicht nur aus dem Saarland sondern eigentlich von überall her. Aber doch gab es natürlich auch Fotografien, die im Saarland aufgenommen wurden und ihren Weg in die Schlossberghöhlen gefunden hatten. Manfred Dräger aus Wadgassen ist einer der Fotografen, der seine Bilder vor allem im Saarland schießt und mit zwei Bildern in „Phantastische Welten“ vertreten war. „Ich habe vor einigen Jahren angefangen Fotos zu schießen, die mit Phantastik zu tun haben. Die zwei Fotos, die hier ausgestellt sind, habe ich im Umfeld der FaRK geschossen“, erzählte Dräger mit Blick auf den großen Fantasie- und Rollenspiel-Konvent, der alle zwei Jahre zehntausende Besucher ins Saarland lockt.

Bei solchen Besucherzahlen lässt sich wohl zu Recht feststellen, dass die Phantastik in der saarländischen Popkultur einen festen Platz einnimmt, wie Peter Meyer vom PopRat unterstrich. „Hier ist die Phantastik neben der Musik und der Urban Art eines der stärksten Genres der Popkultur.“ Die Vernissage lohnte sich jedoch nicht nur für Liebhaber der Fotografie oder der Phantastik, sondern auch für musikalisch Interessierte. Denn mit dem Rapper Yoni stellte ein talentierter Nachwuchskünstler einige seiner recht nachdenklichen Songs vor.

Ein angemessener Rahmen also für die Eröffnung einer Ausstellung, die dem Besucher interessante Einblicke in die Welt der Phantastik ermöglichen sollte. Wann die Öffentlichkeit jedoch genau in den Genuss dieser Ausstellung kommen wird, steht nun erst einmal in den Sternen. (bt)

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