Der saarländische Ministerrat hat in seiner Sitzung am Dienstag weiteren Planungsschritten zur Reaktivierung der Schienenstrecke Homburg/Zweibrücken für den Schienenpersonennahverkehr zugestimmt. Die Strecke würde künftig im Stundentakt durch die Züge der S-Bahn Rhein-Neckar bedient werden. Das Saarland folgt damit dem Kabinettsbeschluss der rheinland-pfälzischen Landesregierung vom 31. Januar.

Damit beginnt nun der Einstieg in die Bau- und Genehmigungsplanung für das Projekt. Allerdings muss der Nutzen-Kosten-Faktor für das Projekt nach Abschluss der Entwurfs- und Genehmigungsplanung bei einem vertretbaren Wert liegen (größer als 1), andernfalls wäre die Reaktivierung aus haushaltsrechtlichen und finanziellen Gründen nicht möglich. Nach den aktuellen Werten wäre diese Voraussetzung bisher aber gegeben, die weiteren Planungen werden auch über diesen tatsächlichen Nutzen-Kosten-Faktor weiteren Aufschluss geben.

Vorteile für das Saarland aus der Reaktivierung der Schienenstrecke Homburg/Zweibrücken ergeben sich unter anderem aus der Stärkung der Regional- und Fernverkehrsschiene Saarbrücken/Mannheim und des Bahnhaltepunktes Homburg durch mehr Fahrgäste aus der Westpfalz. Die beiden Nachbarstädte Homburg und Zweibrücken rücken mit einer Schienenverbindung verkehrlich noch enger zusammen. Der Bahnhaltepunkt Einöd würde als Tor zur Biosphäre Bliesgau aufgewertet, woraus sich neue Chancen für den Tourismus im Saarpfalz-Kreis und die Vermarktung der Biosphäre eröffnen.

Über den neuen Haltepunkt Schwarzenacker ist das überregional nachgefragte Römermuseum Schwarzenacker fußläufig in drei Minuten erreichbar. Alle neuen saarländischen Haltepunkte an der zu reaktivierenden Strecke bieten einen guten Einstieg für Radtouristen in das hervorragend ausgebaute Radwegenetz zwischen Homburg und Blieskastel und einen attraktiven Zugang zum beliebten Bliestal-Freizeitweg auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Lautzkirchen und Reinheim.

Grüne begrüßen Kabinettsbeschluss

Zum Kabinettsbeschluss erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michael Neyses:

„Wir begrüßen, dass die jahrelange Hängepartie um die S-Bahnlinie Homburg-Zweibrücken beendet ist und erwarten, dass nun zügig die Planungen für den Wiederbetrieb in Angriff genommen werden. Es ist das Verdienst der rheinland-pfälzischen Landesregierung, dass die saarländische Landesregierung in dieser Frage endlich aus ihrer Lethargie erwacht ist und einen entsprechenden Kabinettsbeschluss gefasst hat. Schließlich kommt Rheinland-Pfalz dem Saarland bei den Kosten für die Reaktivierung weit entgegen, indem man mehrheitlich die Baukosten übernehmen und sich über Jahre hinweg auch an 50 Prozent der Betriebskosten beteiligen möchte. Und das, obwohl mit 7,5 von elf Kilometern ein Großteil der Strecke auf saarländischer Seite liegt.

Wir sehen in der Reaktivierung der Strecke eine große Chance zur Stärkung des Tourismus‘ im Saarland, zumal dadurch das Biosphärenreservat Bliesgau an das S-Bahnnetz Rhein-Neckar angeschlossen würde. Vor diesem Hintergrund ist es auch begrüßenswert, dass im Zuge der Planungen der Haltepunkt im Homburger Stadtteil Einöd aufgewertet werden soll, der als Eingangstor zur Biosphäre dient. Darüber hinaus bietet die S-Bahnverbindung für viele Berufspendler die Möglichkeit, vom Pkw auf den ÖPNV umzusteigen und damit einen wertvollen Beitrag zur Stärkung des umweltfreundlichen Verkehrs zu leisten. Letztlich dürfte die neue Bahnlinie auch dazu beitragen, die viel befahrene B423 zwischen Homburg und Einöd zu entlasten.“

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