Wenn es in der Homburger Innenstadt früh dunkel wird, öffnet sich noch einmal ein Fenster in eine bewegte Vergangenheit: Am Donnerstag, 18. Dezember, lädt die Siebenpfeiffer-Stiftung zur letzten historischen Stadtführung des Jahres ein. Im Mittelpunkt steht die frühe Demokratiebewegung, die von Homburg aus wichtige Impulse erhielt.
Die rund 90-minütige Tour beginnt um 18 Uhr am Siebenpfeiffer-Haus in der Kirchenstraße 8, gegenüber der protestantischen Stadtkirche. Das Gebäude entstand in den 1960er-Jahren an der Stelle jenes Hauses, in dem sich einst das „Landcommissariat“ befand. Dort arbeitete Philipp Jakob Siebenpfeiffer als Leiter der Behörde. Ende 1830 veröffentlichte er die Zeitschrift „Rheinbayern“ und stieß damit eine Entwicklung an, die zwei Jahre später im Hambacher Fest ihren Höhepunkt fand.
Von der Kirchenstraße aus führt der Rundgang weiter durch die Innenstadt. Über den Marktplatz geht es zum früheren Wohnhaus der Witwe Dorothea Zöller. In ihrem Domizil hatte Johann Georg August Wirth ein Zimmer gemietet. Zeitweise nutzte er die Räume auch als Druckort für seine Zeitung „Deutsche Tribüne“. Das Blatt entwickelte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum wichtigsten Sprachrohr der Demokratiebewegung in Deutschland und machte die politischen Forderungen der Zeit weithin bekannt.
Letzte Station der Führung ist der Freiheitsbrunnen am Rondell. Das Denkmal zeigt in mehreren Szenen zentrale lokale Ereignisse jener stürmischen Jahre. An den Reliefs lassen sich die Entwicklungen nachvollziehen, die von Homburg aus in die Geschichte der deutschen Demokratie eingingen. Der Rundgang verknüpft dabei die historischen Schauplätze mit den politischen Ideen, die mit den Protagonisten Siebenpfeiffer und Wirth verbunden sind.
Geleitet wird die Tour von Monika Link. Sie schlüpft dabei in die Rolle der „Witwe Regina Wirth“ und ist zeitgenössisch kostümiert unterwegs. Mit Laterne ausgestattet, führt sie die Gruppe zu den Orten, an denen sich die Ereignisse von damals abspielten und erläutert Hintergründe, Zusammenhänge und Personen.
Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Interessierte können direkt zum Treffpunkt am Siebenpfeiffer-Haus kommen. Die Veranstaltung bildet den Schlusspunkt der öffentlichen Rundgänge der Siebenpfeiffer-Stiftung in diesem Jahr und bietet nochmals die Gelegenheit, die demokratische Vergangenheit Homburgs an Originalschauplätzen kennenzulernen.






















