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Im Dezember 2021 wurde das Dezernat Zielfahndung von der Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken nach der Fahndung von drei ungarischen Personen beauftragt. Gegen diese bestanden europäische Haftbefehle der ungarischen Behörden. Bei den Gesuchten handelte es sich um einen 50 Jahre alten Mann und seine beiden Söhne im Alter von 29 und 26 Jahren.

Die Söhne saßen bereits 10 Jahre, der Vater bereits 13 Jahre in ungarischer Haft. Alle drei haben jedoch in Ungarn noch Haftstrafen von 3 Jahren (29-jähriger Sohn), 10 Jahren (26-jähriger Sohn) und 5 Jahren (50-jähriger Vater) zu verbüßen. Ihre Taten in Ungarn reichten von schwerer Körperverletzung, versuchter Mord, schwerer Raub, bandenmäßige Einbrüche bis hin zur organisierten Kriminalität. Die Familienmitglieder galten als hochkriminell und gewalttätig.

Den ungarischen Behörden lagen in den letzten Monaten Hinweise vor, wonach sich die Familienmitglieder nunmehr im Saarland aufhalten könnten. Hiernach übernahmen Zielfahnder des Landespolizeipräsidiums (LPP) Saarland den Fall. Durch intensive Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf zwei evtl. Aufenthaltsorte in Saarbrücken-Altenkessel und in Großrosseln-Karsbrunn.

Bei Ermittlungen durch die Zielfahnder am Freitag, dem 7. Januar, verdichteten sich die Hinweise auf ein Wohnhaus in Großrosseln-Karsbrunn, in dem sich zumindest einer der Gesuchten hätte aufhalten können. Beim Betreten der Wohnung im 1. Stockwerk sahen sich die Zielfahnder und unterstützenden Polizeibeamten in der Wohnung jedoch 8 ungarischen Personen gegenüber, unter denen sich auch die drei Gesuchten befanden.

Bei Ansichtigwerden der Polizei sprang der 26-jährige Gesuchte unvermittelt aus einem offenstehenden Fenster aus ca. 5 Meter Höhe auf den darunter befindlichen befestigten Gehweg und konnte zunächst fußläufig flüchten. Durch Heranziehung weiterer starker Polizeikräfte konnte der Flüchtige nach ca. einer Stunde durch die eingesetzten Beamten in einem Waldgebiet entdeckt und dingfest gemacht werden.

Die Beamten der alarmierten Diensthundestaffel mussten nicht mehr eingreifen. Alle drei Festgenommenen wurden noch am Freitagnachmittag beim Amtsgericht Saarbrücken vorgeführt, anschließend wurden sie in die JVA Saarbrücken verbracht. Von dort erfolgt demnächst ihre Auslieferung nach Ungarn.

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