2019 sorgte eine Hubschrauber-Fällung für die Entlastung des „Großen Bruch“. Nun wird dieser Hohlbereich im Hang des Schlossberges mit Sand verfüllt. Kosten von fast 300.000 Euro sind hierfür veranschlagt.- Foto: Rosemarie Kappler

Die vor wenigen Jahren hochfliegenden Pläne zur Attraktivierung des Homburger Schlossberges mit gläsernen Aufzügen, Baumwipfelpfad und modernem Infozentrum im Berg haben sich bekanntlich zwischenzeitlich deutlich relativiert. Was geblieben ist sind die Pläne, wie Innenstadt und Schlossberg im Zusammenwirken gemeinsam belebt werden können. Was geblieben ist ist auch die Altlast der Sicherung des einsturzgefährdeten sogenannten „Großen Bruchs“. Dieser Höhlenbereich soll nun mit Sand verfüllt werden.

Der ständige Vergabeausschuss hat Anfang des Monats dazu einen Einleitungsbeschluss gefasst. Fast 300.000 Euro könnte die Verfüllung des „Großen Bruch“ kosten. Läuft alles glatt mit dem jetzt beginnenden Ausschreibungsverfahren könnte der Stadtrat in seiner Sitzung am 21. Juli die Auftragsvergabe beschließen. Notwendig ist die Maßnahme, weil im Vorjahr bereits ein Teil eingestürzt war und das saarländische Bergamt Handlungsbedarf sah.

Schon einmal hat der im Schlossberghang liegende Hohlbereich viel Geld aus dem städtischen Haushalt gesaugt. Das war vor drei Jahren. Eben wegen der Einsturzgefahr hatte das Bergamt angeordnet, dass die Stadt Homburg dafür sorgen muss, durch Baumfällungen die Höhlendecke zu entlasten. Weil jeder umstürzende Baum aber ebenfalls zum Gefahrenmoment werden konnte, wurden die Bäume in spektakulärer Weise mit Unterstützung eines Hubschraubers aus dem Gefährdungsbereich gehievt. 35.000 Euro hatte die Maßnahme gekostet, um eine Sicherheit herzustellen, die dann doch nicht von langer Dauer war. Im letzten Jahr brach ein Teil des „Großen Bruchs“ ein, nun soll er mit Sand verfüllt werden und das gleich so, dass er klimatisch auch die benachbarten Höhlenbereiche schützt.

Ursprünglich war vorgesehen an die Stelle des „Großen Bruch“ das neue Infozentrum für die Schlossberghöhlen zu setzen. Von diesen Plänen ist die Stadt inzwischen abgerückt, so dass die Sicherungsmaßnahme durchgeführt werden kann und muss. Doch eine Frage bleibt: Wohin mit dem Infozentrum, wenn doch an der Attraktivierung des Schlossberges weitergestrickt wird? Nach derzeitigem Stand – so heißt es von der Stadtpressestelle – sei hierfür ein Gebäude in der Karlsbergstraße am Rand des Brauerei-Betriebsgeländes unterhalb des Homburger Hausberges vorgesehen. Ein im Berg bereits vorhandener Rundschacht könnte der Aufnahme eines Aufzuges dienen und soll nach Aussage der Stadt den „in Teilen barrierefreien Zugang zu den Höhlen“ sichern.

Ein weiteres Gebäude in diesem Bereich der Karlsbergstraße soll direkt an das neu entstehende Parkhaus hinter der Hohenburgschule mit einer Art Metallbrücke angebunden werden. Damit würde insgesamt für Besucher eine gute Möglichkeit und Anfahrstelle geschaffen, die den Innenstadtbummel und den Besuch des Schlossbergees und seiner Höhlen verbinden lässt. Bislang, so Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff, nutzten Besucher häufig die Parkmöglichkeiten auf dem Schlossberg zum Höhlenbesuch. Danach würden sie die Rückreise antreten ohne sich im Zentrum umzuschauen. Die jetzt angedachte Lösung, für die das saarländische Wirtschaftsministerium Fördermittel in Aussicht stellt, biete hingegen die Chance, dass Besucher der Buntsandsteinhöhlen danach auch die Geschäfte und Gastronomie frequentieren.

 

 

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