So sieht der erste Entwurf für das geplante Homburger Kinder- und Erwachsenenhospiz aus. Bild: Bill Titze. - Grafik: Homburger Kinder- und Erwachsenenhospizhospiz

Auf dem Gelände des Homburger Uniklinikums soll in den kommenden Jahren ein Kinder- und Erwachsenenhospiz entstehen. Der Kaufvertrag für das Grundstück wurde im vergangenen Oktober unterzeichnet, nun geht es an die Detailplanung. Wie die derzeit aussieht, hat uns Peter Barrois von der zuständigen Siebenpfeiffer Hospiz- und Palliativgesellschaft verraten.

Ein Gebäude mit grünem Innenhof, gelegen in einer wunderschönen Waldlandschaft und noch dazu mit direktem Zugang zur Uniklinik – das geplante Homburger Kinder- und Erwachsenenhospizhospiz könnte zu einem echten Vorbildprojekt avancieren. Es soll ein Ort werden, an dem schwerkranken Kindern und Erwachsenen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende ermöglicht wird.

Ein solcher Platz scheint umso bedeutender, wenn man bedenkt, dass es solch eine Einrichtung für Kinder weit und breit noch nicht gibt. Das nächstgelegene Kinderhospiz liegt nämlich in der Nähe von Speyer. Nicht zuletzt deshalb entschloss sich der Förderverein Altersübergreifende Palliativversorgung Homburg vor einigen Jahren, das Projekt „Kinderhospiz“ in Angriff zu nehmen. Schnell gewann man die Unterstützung der AWO, deren früherer Vorsitzender Peter Barrois nun als Geschäftsführer der zuständigen Siebenpfeiffer Hospiz- und Palliativgesellschaft tätig ist.

18 Plätze für Erwachsene und 6 für Kinder sollen entstehen. Bild: Bill Titze – Grafik: Homburger Kinder- und Erwachsenenhospizhospiz

In seinem Büro in der Karlsbergstraße zeigt er HOMBURG1 die ersten Entwürfe für Innen- und Außenbereich. Pläne, die bereits entwickelt wurden, bevor das zu bebauende Grundstück feststand. „Wir haben gleich zu Beginn einen Design-Thinking-Prozess gemacht“, erzählt Barrois. Dazu kamen 25 Teilnehmer über drei Tage zusammen. Ärzte, Architekten und Betroffene beratschlagten in diesem Rahmen, was eigentlich gebraucht wird, um Betroffenen, Angehörigen aber auch den späteren Mitarbeitern eine möglichst optimale Umgebung zu bieten. So entstanden Ideen für den Entwurf.

Zu sehen ist darauf ein eingeschossiges Gebäude mit begrüntem Innenhof. Auffällig ist, dass alle Zimmer Zugänge ins Freie haben. 30 bis 40 Quadratmeter sollen die Zimmer groß sein, genug Platz also, damit beispielsweise die Eltern in einem Zimmer mit ihrem Kind schlafen können. Insgesamt soll es 6 Plätze für Kinder und 18 für Erwachsene geben. Dabei werden beide Bereiche räumlich voneinander getrennt; lediglich die Funktionsräume werden gemeinsam genutzt. Ein öffentlich zugängliches Begegnungscafé soll schließlich zum Ort des Austauschs werden. Denkbar ist es laut Barrois, dass zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für die Eltern auf dem 12.000 Quadratmeter großen Hospizgelände entstehen.

Doch bevor es soweit kommen kann, muss natürlich zunächst einmal das Hospiz selbst gebaut werden. Und bis dahin ist noch eine gewisse Wegstrecke zurückzulegen. Im vergangenen Oktober wurde der Kaufvertrag für das Grundstück unterschrieben, nun wird von einem Ingenieursbüro der Bebauungsplan  erstellt, wie Geschäftsführer Barrois erläutert. „Das geht nicht innerhalb weniger Monate, schließlich müssen beispielsweise die vier Vegetationszeiten des Jahres einbezogen werden.“ Natürlich hoffe man von Seiten der Stiftung, dass es keine großen Einwände geben wird. „Ziel ist es, im kommenden Jahr mit dem Bau zu beginnen.“ Zwei Jahre Bauzeit sind veranschlagt.

Geschäftsführer Peter Barrois wartet noch auf die Fertigstellung des Bebauungsplans. Bild: Bill Titze

Damit alles klappt, müssen weiterhin Sponsoren gewonnen werden. Denn für 5% der Baukosten muss der Träger selbst aufkommen, während die restlichen 95% in den Pflegesatz einfließen, der von den Krankenkassen getragen wird. Zwei Charity-Events haben bereits stattgefunden, viele kleinere Spenden, beispielsweise von Schulklassen, sind bereits eingegangen. So ist bereits einiges an Geld zusammengekommen.

Das ist aber auch nötig, schließlich sind Baukosten von rund 10 Millionen Euro eingeplant – die sich durch die allgemeinen Baukostensteigerungen laut Barrois aber durchaus noch um 25% erhöhen könnten. Dazu kommt, dass auch wenn der Bau fertig ist, weiterhin jährlich rund 250.000 Euro von der Stiftung selbst beigesteuert werden müssen, um die laufenden Kosten, beispielsweise für die rund 40 Mitarbeiter, zu tragen. „Wichtig ist dabei die Unterstützung des Fördervereins altersübergreifende Palliativversorgung Homburg und des Fördervereins Heiligenborn, die fünf Jahre lang je 30.000 Euro beisteuern werden“, freut sich Barrois. Es werden wohl nicht die letzten Zuwendungen sein, die für das Hospiz bereitgestellt werden. Für die Betroffenen und ihre Familien wäre das Kinder- und Erwachsenenhospiz schließlich ein echter Gewinn.

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