Wer einen gebrauchten Verbrenner sucht, der im Alltag möglichst wenig kostet, hat jetzt eine belastbare Orientierungshilfe: Der ADAC hat die monatlichen Unterhaltskosten für eine breite Palette an Gebrauchtwagen durchgerechnet – und kommt zu teils überraschenden Ergebnissen. Denn nicht nur Kleinstwagen schneiden gut ab, auch familientaugliche Modelle schaffen es in die Spitzengruppe.
Grundlage der Auswertung ist ein Szenario, das viele Gebrauchtwagenkäufer widerspiegeln dürfte: ein drei Jahre altes Fahrzeug, das weitere fünf Jahre gefahren wird, bei einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern. In die Kalkulation fließen Betriebskosten wie Kraftstoff, Öl, AdBlue und Pflege ebenso ein wie Fixkosten für Steuer und Versicherung sowie Werkstattausgaben für Inspektionen, Verschleißteile und Reifenersatz. Den Wertverlust hat der ADAC bewusst ausgeklammert, weil dieser Posten für viele Gebrauchtwagen-Interessenten bei der Kaufentscheidung erfahrungsgemäß eine untergeordnete Rolle spielt.
An die Spitze des Rankings setzt sich der Dacia Sandero in seiner Autogas-Variante mit gerade einmal 318 Euro im Monat. Der entscheidende Faktor ist dabei der LPG-Antrieb, der die Kraftstoffkosten deutlich drückt. Allerdings gilt das nur, wenn der Wagen auch konsequent mit Autogas betankt wird – technisch lässt er sich zwar ebenso mit Benzin fahren, doch dann steigen die monatlichen Ausgaben spürbar an. Dicht dahinter folgt der Mazda 2 Hybrid, der mit 325 Euro nur sieben Euro mehr kostet als der Spitzenreiter. Platz drei geht an den Skoda Scala, der mit 332 Euro beweist, dass selbst ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse im Unterhalt erstaunlich günstig sein kann.
Bemerkenswert ist, dass auch Familien nicht zwangsläufig tief in die Tasche greifen müssen. Auf dem 16. Platz der Gesamtwertung taucht der VW Golf Variant auf, ein Kombi mit großzügigem Stauraum, der mit 346 Euro monatlich noch immer vergleichsweise erschwinglich bleibt. Dass Kleinst- und Kleinwagen die vorderen Plätze dominieren, liegt auf der Hand: Ihr geringes Gewicht sorgt für niedrigeren Spritverbrauch, und kleinere Motoren ziehen in der Regel auch geringere Wartungs- und Versicherungskosten nach sich.
Bei der Motorisierung rät der ADAC, das richtige Maß zwischen Effizienz und Fahrkomfort zu finden. Kompakte, sparsame Aggregate senken nicht nur den Verbrauch, sondern machen sich auch bei Ölwechseln und Versicherungsprämien positiv bemerkbar. Wer darüber hinaus sparen will, sollte zudem einen Blick auf die Werkstattkosten werfen. Eine weitere ADAC-Untersuchung hat ergeben, dass die Preise für den Kundendienst im Stadt-Land-Vergleich um mehrere hundert Euro auseinanderliegen können.
Der Automobilclub empfiehlt deshalb, vor anstehenden Arbeiten mehrere Kostenvoranschläge einzuholen und die Angebote sorgfältig zu vergleichen. Gerade in Zeiten, in denen Spritpreise und Werkstattkosten kontinuierlich gestiegen sind, lohnt sich der genaue Blick auf die Gesamtrechnung. Die Erhebung basiert auf den durchschnittlichen Kraftstoffpreisen der vergangenen drei Monate: 1,72 Euro je Liter Benzin (E10), 1,68 Euro für Diesel und 1,03 Euro für LPG. Wer also beim nächsten Gebrauchtwagenkauf nicht nur auf den Anschaffungspreis schaut, sondern die laufenden Kosten mitdenkt, kann auf lange Sicht erheblich profitieren.




















