Foto: Christine Funk
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Drittklässler, die mit eigenen Tablets Aufgaben lösen, Ergebnisse dokumentieren und ihre Präsentationen selbst gestalten – an der Grundschule Kirkel-Neuhäusel gehört das längst zum Schulalltag. Am UNESCO-Welttag des digitalen Lernens am 19. März 2026 machte sich Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot gemeinsam mit Prof. Melanie Platz von der Universität des Saarlandes vor Ort ein Bild davon, wie digitale Bildung in der Praxis funktioniert.

Die Schule im Saarpfalz-Kreis ist Teil des Landesprojekts „#Grundschule-digital“, an dem insgesamt 13 saarländische Modell-Grundschulen teilnehmen. Das Besondere: Die Kinder bekommen ab der dritten Klasse keine schulgebundenen, sondern personalisierte Tablets. Die Geräte begleiten sie im Unterricht ebenso wie zu Hause und werden so zu einem festen Bestandteil ihres Lernens. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Universität des Saarlandes, die untersucht, wie sich der Einsatz digitaler Werkzeuge auf Lernprozesse und Kompetenzen auswirkt.

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Beim Besuch der Ministerin zeigten die Schülerinnen und Schüler, was das konkret bedeutet. Sie arbeiteten mit der AntonApp, bearbeiteten Aufgaben über Worksheet Go und BiBox und bereiteten ihre Ergebnisse mit Keynote auf. Digitale Medien sind an der Grundschule Kirkel-Neuhäusel kein Zusatzangebot, sondern durchziehen den Unterricht – vom eigenständigen Erkunden neuer Inhalte bis hin zur gemeinsamen Lösungsfindung im Team.

„Die Grundschule Kirkel-Neuhäusel zeigt eindrucksvoll, wie digitales Lernen praxisnah und kindgerecht gestaltet wird“, sagte Streichert-Clivot. Die Kinder würden befähigt, digitale Werkzeuge bewusst einzusetzen, Hintergründe zu verstehen und kritisch zu reflektieren. „Auf diese Weise erfahren sie, dass ein Tablet kein Spielzeug, sondern ein Lernwerkzeug ist, das ihre Lernprozesse gezielt unterstützt.“ Die Ministerin hob hervor, dass die Schülerinnen und Schüler dabei Wissen, Selbstvertrauen und Kreativität entwickelten – Fähigkeiten, die sie „neugierig, selbstbewusst und reflektiert durch Schule und Leben begleiten“.

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Auch aus wissenschaftlicher Perspektive fällt die Bilanz positiv aus. Prof. Melanie Platz, die an der Universität des Saarlandes den Lehrstuhl für Didaktik der Primarstufe mit Schwerpunkt Mathematik leitet, betonte, dass Tablets den Kindern „ganz neue Möglichkeiten“ eröffneten, Lerninhalte aktiv zu entdecken. Besonders bemerkenswert sei, dass die Grundschüler den Umgang mit digitalen Werkzeugen nicht nur als Selbstverständlichkeit begriffen, sondern zunehmend reflektiert und kritisch hinterfragten. „Genau das ist es, was ein wichtiger Grundbaustein für digitale und KI-Literalität ist: nicht das bloße Nutzen, sondern das Verstehen und Einordnen“, erklärte Platz.

Dass dieser Anspruch bereits in der Primarstufe eingelöst werde, sei kein Zufall, so die Wissenschaftlerin weiter. Es brauche Lehrkräfte, die selbst neugierig seien, digitale Werkzeuge didaktisch durchdacht einsetzten und bereit seien, gemeinsam mit den Kindern neue Wege zu gehen. Den Lehrerinnen und Lehrern der Grundschule Kirkel-Neuhäusel bescheinigte Platz „Pionierarbeit, von der das gesamte Projekt profitiert“.

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Das Projekt „#Grundschule-digital“ verfolgt damit einen Ansatz, der über die reine Geräteausstattung weit hinausgeht. Statt Kindern lediglich Technik in die Hand zu drücken, setzt das Saarland auf ein pädagogisches Gesamtkonzept, das Selbstständigkeit, Teamarbeit und einen kritischen Blick auf digitale Medien von Anfang an miteinander verbindet. Die Grundschule Kirkel-Neuhäusel liefert dafür ein greifbares Beispiel – und einen Maßstab, an dem sich die übrigen zwölf Modellschulen messen lassen können.

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