In der ökumenischen Wärmestube in Neunkirchen werden zweimal wöchentlich Lebensmittelpakete für Wohnungslose gepackt. Fotohinweis: Diakonie Saar / Stein

„Die Situation für die Menschen, die auf der Straße leben, hat sich zwar seit Anfang Mai durch die Ladenöffnungen und die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen etwas entspannt“, berichtet Thomas Braun aus der Aufsuchenden Sozialen Arbeit der Diakonie Saar, „doch noch immer ist für sie die Situation schwierig und die Hilfe oft kompliziert.“

Die Diakoniemitarbeitenden sind in Saarbrücken, Völklingen, Saarlouis und Neunkirchen täglich unterwegs auf der Straße und halten Kontakt, bieten Unterstützung an. Pro Jahr werden so rund 1.400 wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen betreut. Seit März, so berichtet Braun, suchen wir die Menschen auf und informieren gezielt über die Situation und die Vorschriften zu den Schutzmaßnahmen und verteilen zur Risikominderung Mund-Nasen-Schutz.

Ein Hauptziel der Sozialarbeiter ist es, für wohnungslose Menschen eine Wohnung zu finden. An den öffentlichen Plätzen durften sich die Obdachlosen ja nicht mehr aufhalten, schon gar nicht gemeinsam. Viele haben aber keine Wohnung, schlafen bei Bekannten oder auf der Straße. Bevor jedoch eine Unterkunft organisiert werden kann, müssen die Finanzierungsmöglichkeiten geklärt, in der Regel ein Antrag auf beispielsweise Sozialleistungen gestellt werden.

„Leider sind die Ämter und Behörden seit Wochen meist nur über telefonisch vereinbarte Termine oder online erreichbar, wodurch dringliche Hilfeleistungen erschwert werden“, berichtet auch Wolfgang Schönberger, Abteilungsleiter bei der Diakonie Saar. Für Menschen, die „auf der Straße leben“, seien diese Möglichkeiten praktisch nicht zu nutzen. „Unsere Mitarbeitenden in den Häusern der Diakonie in Neunkirchen, Saarbrücken und Völklingen sind deshalb täglich im Einsatz, beraten, vermitteln und helfen bei der Regelung mit Ämtern und Institutionen und unterstützen beim Ausfüllen von Formularen“, so Schönberger.

„Konkret eine feste Bleibe zu organisieren, ist da schon schwieriger“, erzählt Braun. In den stationären Angeboten, wie dem Bruder-Konrad-Haus, der Herberge zur Heimat und der AWO-Notschlafstelle seien so gut wie alle Plätze belegt. „In unseren Städten fehlt eh Wohnraum, gerade für arme Menschen,“ erzählt Braun. „In der jetzigen Situation kommt erschwerend hinzu, dass die Wohnungsgesellschaften und Vermieter kaum Besichtigungen anbieten.“

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1 KOMMENTAR

  1. Grundsätzlich muss in der BRD niemand auf der Straße leben. Viele wollen es aber nicht anders. Da könnte man Sozialwohnungen haben, dies wäre denen egal. Dessen ungeachtet schön zu sehen dass für die ärmsten weiterhin etwas getan wird.

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