Wer in diesen Tagen das Landratsamt in Homburg betritt, wird im Eingangsbereich auf frisch bepflanzte Beete und Blumenkübel stoßen. Hinter den neuen Tulpenzwiebeln steckt eine Aktion von Kindern für Kinder: 16 Fünftklässler des Christian von Mannlich-Gymnasiums haben kurz vor Jahresende das Verwaltungsgebäude besucht und ihre Spendenaktion „Tulpen für Brot“ vorgestellt.
Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Silke Müller-Liedtke, die am Gymnasium Ethik, Politik und Evangelische Religion unterrichtet, kamen die Schülerinnen und Schüler ins Landratsamt, um Tulpenzwiebeln gegen eine Spende abzugeben. Vor Ort packten sie direkt mit an: Das Beet am Eingang der KFZ-Zulassung wurde neu bestückt, außerdem entschieden die Beteiligten, dass auch die Blumenkübel auf der kleinen Terrasse vor dem Büro des Landrates künftig Tulpen beherbergen sollen.
Die Aktion „Tulpen für Brot“ verfolgt ein klares Ziel: Kinder und Jugendliche sollen soziale Verantwortung kennenlernen und erleben, wie gemeinsames Handeln etwas bewirken kann. Das Projekt setzt auf Themen wie Miteinander der Kulturen und füreinander einzustehen. Schulen oder Kindergärten erklären sich bereit, mit Tulpen Spenden zu sammeln. Entweder werden im Herbst und Winter die Zwiebeln oder im Frühling die blütenreichen Tulpen gegen eine Spende abgegeben.
Der Erlös kommt nach Angaben der Beteiligten Kindern und Tieren in Not zugute. Unterstützt werden konkret UNICEF, die Organisation BOS (Borneo Orangutan Survival) Deutschland e.V. sowie die Deutsche Kinderkrebshilfe. So verbindet die Aktion lokales Engagement vor Ort mit internationaler Hilfe und macht für die jungen Teilnehmenden sichtbar, wohin die gesammelten Gelder fließen.
Beim Besuch im Homburger Landratsamt nutzten die Fünftklässler die Gelegenheit, Landrat Frank John persönlich ein Säckchen mit Tulpenzwiebeln zu überreichen und von ihrer Arbeit im Rahmen des Projekts zu berichten. Der Verwaltungschef zeigte sich sichtlich angetan von der Initiative und dem Einsatz der Gruppe. „Ihr beweist eindrucksvoll, dass Bildung nicht nur im Klassenzimmer stattfindet und ihr setzt ein sichtbares Zeichen der Solidarität, das den Moment des Pflanzens oder des Verkaufs der Tulpen überdauert. Ihr tragt dazu bei, das Leben anderer zu verbessern, und das finde ich vorbildlich“, lobte der Landrat.
John dankte zugleich allen, die das Projekt am Christian von Mannlich-Gymnasium immer wieder unterstützen und begleiten. Zum Abschluss des Besuchs gab es für die Schülerinnen und Schüler noch eine kleine Anerkennung: Schokoriegel aus dem Fairen Handel, die von der Gruppe mit sichtbarer Freude entgegengenommen wurden. Die Tulpenzwiebeln bleiben als sichtbare Erinnerung an den Einsatz der Kinder rund um das Landratsamt zurück – und sollen im Frühjahr zeigen, was aus einer gemeinsamen Idee wachsen kann.

















