Foto: FC 08 Homburg
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Nach Freiberg wartet direkt der nächste Brocken: Der FC 08 Homburg gastiert am Samstag um 14 Uhr beim SV Sandhausen. Und die Aufgabe am Hardtwald dürfte kaum einfacher werden. Der SVS hat seinen ohnehin namhaften Kader im Sommer noch einmal kräftig verstärkt und gilt nicht nur für Roland Seitz als Topfavorit auf die Meisterschaft. Für den FCH geht es deshalb vor allem darum, nach dem enttäuschenden 0:3 in Nöttingen wieder mehr Galligkeit auf den Platz zu bringen, die eine Woche zuvor gegen Mainz noch zu sehen war.

Die Ausgangslage ist klar. Homburg steht nach zwei Spieltagen bei drei Punkten, Sandhausen hat vier Zähler gesammelt. Zum Auftakt kam der SVS gegen den TSV Steinbach Haiger nicht über ein 2:2 hinaus, anschließend folgte ein spektakulärer 4:3-Auswärtssieg bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Schon diese sieben Tore in zwei Spielen zeigen, welche Möglichkeiten Sandhausen nach vorne besitzt.

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Noch deutlicher wird die Favoritenrolle beim Blick auf den Kader. Zwölf Spieler kamen im Sommer neu an den Hardtwald. Mit Arianit Ferati, Felix Lohkemper und Stefan Maderer stehen mehrere Akteure im Aufgebot, die reichlich Erfahrung aus höheren Spielklassen mitbringen. Dazu wechselte Marco Kehl-Gomez, in der vergangenen Saison noch Kapitän in Freiberg, zum SVS. Acht Spieler verließen den Verein, darunter Torjäger Pascal Testroet.

Dass Sandhausen nach dem achten Platz in der Vorsaison diesmal deutlich mehr will, ist entsprechend kaum zu übersehen. Roland Seitz bezeichnet den SVS ohne Umschweife als „Top-Favorit für die Saison“. Die Neuzugänge seien „für die Regionalliga nicht selbstverständlich“. Noch deutlicher wurde der Homburger Trainer bei den wirtschaftlichen Kräfteverhältnissen: „Da sind wir momentan leider meilenweit davon entfernt. Auch übrigens von Freiberg und von Ulm. Das sind momentan andere Kategorien, was den Etat betrifft.“

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Das macht die Rollenverteilung für Samstag eindeutig. Es macht das Spiel aber nicht bedeutungslos. Im Gegenteil: Gerade solche Partien sind für eine Mannschaft wie den FCH die Gelegenheit, sich Punkte zu erarbeiten, die vorab niemand fest einplant. Voraussetzung dafür ist allerdings ein deutlich anderer Auftritt als zuletzt in Nöttingen. Seitz formuliert genau das. „Wir müssen einfach erstmal dagegenhalten, was wir in Freiberg nicht gemacht haben“, sagt der Trainer. Gleichzeitig will er seine Mannschaft nicht ausschließlich auf Defensivarbeit reduzieren: „Wir müssen dagegenhalten und mit Ball unsere guten spielerischen Qualitäten wieder durchsetzen. Da ist jeder gefordert.“

Das dürfte die entscheidende Mischung sein. Homburg hat bereits gezeigt, dass schnelles Umschalten und zügiges Spiel nach vorne funktionieren können. Gegen Sandhausen wird es aber zunächst darum gehen, überhaupt die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Und das bedeutet vor der Kür in der Offensive die Pflicht in der Defensive: Zweikämpfe gewinnen, zweite Bälle sichern, Laufwege konsequent schließen und nach Ballverlusten sofort reagieren – ohne diese Arbeit wird die individuelle Qualität des SVS kaum zu kontrollieren sein. Nicolas Andermatt sieht das ähnlich. Der Mittelfeldspieler fordert, „von Anfang an 100 Prozent“ da zu sein und in den Zweikämpfen „ekelig“ aufzutreten. Gleichzeitig kündigt er keinen Rückzug an: „Wir wollen uns da auf jeden Fall nicht verstecken.“

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Personell wird die Aufgabe aber nicht einfacher. Birkan Çelik fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Freiberg-Spiel gesperrt. Nico Jörg arbeitet nach seiner Adduktoren-Operation weiter an der Rückkehr, Jacob Roden fällt mit seinem Syndesmosebandriss noch acht bis zwölf Wochen aus. Auch Marc Ehrhart steht wegen muskulärer Probleme weiterhin nicht zur Verfügung. Hinzu kommen laut Seitz „zwei, drei Spieler“, hinter deren Einsatz noch ein Fragezeichen steht. Namen wollte der Trainer nicht nennen.

Gerade auf den offensiven Positionen sind die Möglichkeiten damit begrenzt. Im Sturm spricht vieles erneut für Emir Kuhinja. Hinter der Spitze könnte Julian Günther-Schmidt wieder zentral auflaufen, Armend Qenaj wird eine der Außenbahnen besetzen. Für die andere Seite wäre Michael Guthörl eine mögliche Option. Im Zentrum bieten sich Nicolas Andermatt und Simon Joachims an. In der Defensive dürfte Seitz dagegen weniger Anlass für größere Veränderungen sehen. Auch wenn Homburg die Gegentore in Freiberg teilweise zu einfach zuließ, verhinderte der Defensivverbund mit Torhüter Michael Gelt zuvor mehrere gefährliche Situationen. Gerade gegen Sandhausen wird es darauf ankommen, diese Konzentration über die gesamte Spielzeit zu halten und nicht durch einzelne Fehler wieder Räume zu öffnen und dem Gegner zu einfachen Toren zu verhelfen.

Viele taktische Wechselspiele wird Seitz mit dem derzeit verfügbaren Personal ohnehin kaum betreiben können. Und nach zwei Spielen mit entgegen gesetztem Tenor und den Verletzungen ist eine große Rotation sicherlich nicht angebracht. Umso wichtiger wird, dass die Spieler auf dem Platz ihre Aufgaben konsequent erfüllen. Sandhausen besitzt genügend individuelle Qualität, um Nachlässigkeiten schnell zu bestrafen. Gegen Sandhausen wird deshalb nicht nur das Ergebnis interessant sein, sondern vor allem, ob der FCH wieder bereit ist, sich einem körperlich und individuell starken Gegner mit voller Konsequenz entgegenzustellen.

Seitz weiß um den Unterschied zwischen beiden Kadern. Er weiß aber genauso, dass sich daraus kein Ergebnis vor Anpfiff ableiten lässt. „Nichtsdestotrotz ist es ein Spiel, wo wir trotzdem gewinnen können“, sagt der FCH-Trainer. Dazu braucht es am Samstag am Hardtwald allerdings eine deutliche Leistungssteigerung – im Zweikampf, in der Konzentration und vor allem in der Bereitschaft, dem Favoriten über 90 Minuten die Arbeit so schwer wie möglich zu machen.

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